Gold als Geldanlage 2022 sinnvoll?

Wie sinnvoll ist es, in Gold zu investieren? Nun, eine pauschale Antwort auf diese häufig gestellte Frage gibt es leider nicht. Entscheidend ist vielmehr, was Sie sich persönlich von einem Investment in Gold erhoffen. Im Wesentlichen investieren zwei Anlegertypen in Gold: die Spekulanten und die Sicherheitsbedachten. Erstere setzen auf möglichst hohe Kurssteigerungen, Letztere auf den Werterhalt im Falle einer Wirtschaftskrise. Wir wollen in diesem Artikel aber vor allem das Investment in Gold in Bezug auf die finanz- und geopolitischen Begleitumstände analysieren und Ihnen konkret mit auf Weg geben, wie sinnvoll diese Investition erscheint.

In den letzten 20 Jahren schwankte der Goldpreis zwischen rund 300 und 1800 Euro. Auch wenn der Goldpreis im ersten Quartal sein bisherige Allzeithoch erreicht, so ist Gold alles andere als eine sichere Geldanlage. Denn wie bei jeder Handelsware kommt auch der Goldpreis über Angebot und Nachfrage zustande. Das Besondere an physischem Gold ist aber: Als natürlicher Rohstoff ist sein Angebot nicht beliebig ausdehnbar. Zieht die Nachfrage an, können Goldproduzenten nur versuchen, das Angebot durch Recycling von Gold kurzfristig zu erhöhen. Reicht dies nicht aus, steigt der Preis.

Goldpreis in Euro von 1979 bis zum bisherigen Höchststand 2022

Goldpreisentwicklung 1979 bis 2022 - Claus Roppel

Dadurch das Gold, anders als Papiergeld, nicht beliebig vermehrbar ist und bereits viele Kriege, Depressionen und mehrere Währungsreformen überstanden hat, wird es zur Risikostreuung und damit zur Stabilisierung der Wertentwicklung eingesetzt. Doch Achtung: Gold an sich ist nicht produktiv. Es erarbeitet keine Gewinne wie die Unternehmen, in die beispielsweise Aktionäre investieren. Und es zahlt keine Zinsen wie die Banken und Staaten, denen die Käufer von Anleihen oder Besitzer von Festgeldkonten und Sparbriefen ihr Geld leihen.

Gewinne erzielen Sie also nur, wenn der Goldkurs steigt und Sie dann verkaufen. Als Anleger hoffen Sie also darauf, dass die Nachfrage nach Gold in der Zukunft steigt. Sollte sie nämlich fallen, sinkt auch der Kurs. In der Vergangenheit waren starke Kursschwankungen keine Ausnahmen, sondern eher die Regel: Zwischen 1987 und 1999 halbierte sich sogar der Goldkurs. Und auch rund um die Finanzkrise der Corona-Pandemie schwankte der Preis heftig in beide Richtungen.

Anleger greifen also prinzipiell zu Gold, um zum Beispiel ein Gegengewicht zu den fallenden Börsen zu haben. Statt sich als Held der Finanzen zu behaupten und die Aktienverluste durch Kursgewinne auszugleichen, bewegt sich der Unzenpreis (31 Gramm) seit Wochen jedoch kaum. Um zu verstehen, welcher Mechanismus dahintersteckt, müssen wir uns das Verständnis zwischen dem sogenannten Realzins und Gold vor Augen führen.

Inverse Korrelation zwischen Gold und dem Realzins

Die Realzinsen geben an, wie hoch die tatsächliche Rendite von Staatsanleihen, abzüglich der Inflationserwartungen, ist. Angenommen die Inflationserwartung für die nächsten 10 Jahre liegt bei zwei Prozent und der Zins auf eine zehnjährige Staatsanleihe liegt bei 2,5 Prozent. In einer vereinfachten Rechnung erhalten wir nach Abzug der Inflationsrate einen Realzins von 0,5 Prozent. Und wie Sie in der nachfolgenden Grafik erkennen können, befinden sich Gold und der Realzins (schwarz) in einer inversen Korrelation.

Goldpreis Realzins Korrelation - Claus Roppel

Durch die Zinserhöhungen der amerikanischen Notenbank steigt der Realzins momentan deutlich an und ist zuletzt sogar aus dem negativen Bereich zurück in den positiven Bereich gestiegen. Für die institutionellen Anleger heißt dies, dass sie mit Staatsanleihen jetzt wieder eine positive Rendite erzielen können.

Rendite Staatsanleihen USA - Claus Roppel

Da man die Inflation mit Staatsanleihen umgehen kann, wird Gold aber auch als Inflationsschutz erstmal nicht mehr benötigt. Genau aus diesem Grund steigt der Goldpreis auch nicht mehr. Und sollte zu den Zinserhöhungen der Notenbanken auch eine Trendumkehr in den Inflationsdaten zu erkennen sein, wird sich dieser Trend nur noch stärker beschleunigen. Diese Entwicklung lässt sich auch anhand der untenstehenden Grafik mehr als deutlich veranschaulichen. Dort sehen wir nämlich, wie perfekt die Inflationserwartungen (schwarz) mit dem Goldpreis einhergehen.

Dass die Inflationserwartungen sogar etwas gefallen sind, ist im Übrigen darauf zurückzuführen, dass der Markt die Möglichkeit einer Rezession immer stärker einrechnet. Denn in einer Rezession kollabiert die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes und die Kreditausweitung. Hinzu kommen oftmals notgedrungene Immobilienverkäufe und eine schwindende Kauflust der Bevölkerung. In einem solchen Umfeld ist es für die Inflation sehr schwierig weiter zu steigen. Es könnte daher sein, dass die Inflationsrate erstmal einen Höhepunkt gefunden hat. Sollte dies der Fall sein, wird der bereits angesprochene Realzins explosionsartig nach oben schießen und Gold erstmal den Boden unter den Füßen wegziehen.

Goldpreis und Inflationserwartungen - Claus Roppel

Lohnt sich ein langfristiges Einzelinvestment in Gold?

Die langfristige Wertentwicklung von Gold über Jahrzehnte hinweg war nach Abzug der Inflationsrate außerdem nur in wenigen Zeiträumen höher als bei anderen Geldanlagen. Sollte also in Krisenzeiten bei Gold kurzfristige Preissteigerungen zu beobachten sein, bedeutet das nicht, dass Gold auch dauerhaft höhere Renditen liefert. Wer beispielsweise im Jahr 2000 in Gold investiert hat und bis Ende 2018 dabeigeblieben ist, hat im Vergleich zum reinen Aktieninvestment mehr jährliche Rendite bei weniger Schwankung erzielt. Wer dagegen früher, etwa Anfang der 1980er-Jahre oder Anfang der 1990er-Jahre investiert hat und 10 Jahre dabeigeblieben ist, hat mit Aktien das weit bessere Geschäft gemacht. Mittelfristig ist ein Goldinvestment daher am ehesten eine Wette mit ungewissem Ausgang. Über die lange Frist brachte ein Investment an der Börse pro Jahr aber immer mehr als doppelt so viel Rendite als Gold bei etwas weniger Schwankung. Die nachfolgende Grafik verdeutlicht dies:

Gold vs Aktien - Claus Roppel

Angesichts dieser Tatsache sind wir der Auffassung, dass Gold nicht wirklich als Einzelinvestment taugt. Eine andere Frage ist hingegen, ob Sie Ihrem Portfolio einen Anteil Gold beimischen sollten. Wie viel genau das sein sollte, darüber streiten sich Experten. Wir empfehlen unseren Coaching-Teilnehmern immer einen Anteil von maximal 10 Prozent, da eine höhere Beimischung die Renditechancen für das Gesamtportfolio zu sehr beeinträchtigen könnte.

Wenn Sie sich dazu entschließen, einen Teil Ihres langfristig investierten Vermögens in dieses Edelmetall anzulegen, stehen Ihnen dazu verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Anlagemünzen und Barren aus Gold sind dabei für viele die naheliegende Lösung, wenn es darum geht, Gold zu kaufen. Schließlich bieten sie die Möglichkeit, das Gold tatsächlich in den eigenen Händen zu halten.

Anlagemöglichkeiten mit Gold

Aktuell (Stand: 31.05.2022) kostet eine Feinunze rund 1730 Euro. Das ist allerdings der Marktpreis. Wollen Sie Gold in einer Bank oder bei einem Goldhändler kaufen, wollen diese an dem Handel natürlich mitverdienen. Daher gibt es zwei Preise: den Ankaufs- und den Verkaufspreis. Bei einer Unze liegt der Verkaufspreis meist etwa sechs Prozent über dem Ankaufspreis. Wenn Sie dagegen ein Zehnter einer Unze kaufen wollen, liegen zwischen An- und Verkaufspreis schon rund 20 Prozent. Der Goldpreis muss also erst um die Spanne – die Handelsmarge des Anbieters – steigen, damit Sie aus der Verlustzone kommen.

Hinzu kommt, dass Gold ein gewisses Währungsrisiko birgt, da Gold in US-Dollar gehandelt wird. Vereinfacht gesagt bedeutet dies, dass Sie beim Verkauf Ihres Goldes zunächst Dollar erhalten und diese dann in Euro umtauschen. Daher wirken Währungsschwankungen sich auf den Gegenwert in Euro aus. Wird der Dollar abgewertet, ergeben sich beim Wiederverkauf von Gold Nachteile für Sie als Anleger, weil Sie weniger Euro für den Dollar bekommen. In diesem Fall könnten unter Umständen Verluste auftreten, obwohl der Goldkurs in Dollar gestiegen ist. Die positive Seite der Medaille: Falls der Dollar aufgewertet wird, profitieren Sie davon.

Übrigens sind Anleger, die in physisches Gold investieren, steuerlich begünstigt, denn für Barren und Münzen fällt beim Erwerb keine Mehrwertsteuer an. Dies gilt allerdings ausschließlich für Gold. Andere Edelmetalle wie Silber oder Platin unterliegen sehr wohl der Mehrwertsteuer. Der Verkauf von Gold ist steuerfrei, sofern die Spekulationsfrist von 12 Monaten verstrichen ist. Andernfalls unterliegt jeder Gewinn über der jährlichen Freigrenze von 600 Euro dem individuellen Einkommenssteuersatz.

An der Börse in Gold investieren

Eine andere Form der Investition kann über Fonds erfolgen. Mit Goldfonds investieren Sie in Gold, beziehungsweise einen Fonds, der den Goldkurs nachempfindet. Sogenannte ETCs (Exchange Traded Commodizies, übersetzt: börsengehandelte Rohstoffe) sind Schuldverschreibungen und sollen dazu dienen, die Wertentwicklung von Rohstoffen möglichst exakt nachzuvollziehen. Solche ETCs sind auf verschiedene Arten besichert. Das schützt Sie als Anleger aber trotzden nicht unbedingt vor dem Emittentenrisiko - also der anteilige oder vollständige Verlust Ihres Geldes, falls der Herausgeber des ETCs seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann. Der bekannte Gold-ETC-Xetra-Gold zum Beispiel ist zu 95 Prozent mit physisch hinterlegtem Gold besichert und zu weiteren fünf Prozent mit Lieferansprüchen von Gold. Hundertprozentige Sicherheit bei einer Insolvenz des Emittenten gibt es aber trotzdem nicht. Die Ansprüche würden dann gleich behandelt wie die Ansprüche anderer möglicher Gläubiger. Dieses Investment ist abgeltungssteuerpflichtig.

Aus der Perspektive eines Anlegers, der Risiken streuen möchte, könnte diese Beimischung auf den ersten Blick eine Überlegung wert sein. Daher hoffen wir, dass wir Ihnen mit diesem Artikel eine Art Hilfestellung geben konnten. Wenn Sie beim Thema Vermögensaufbau jedoch gerne unsere Unterstützung und Expertise in Anspruch nehmen möchten, dann tragen Sie sich einfach unter www.claus-roppel.de/termin zu einem kostenfreien Erstgespräch ein. Übrigens legen dabei viele unserer Mandanten einen Schwerpunkt auf Immobilien. Passend dazu könnte auch der Blogartikel unter folgendem Link interessant für Sie sein: www.claus-roppel.de/immobilien/in-immobilien-investieren.

Wie Sie trotz hoher Inflationsraten noch Vermögen aufbauen und schützen können

Zuerst gingen die Strompreise nach oben, daraufhin folgten erhebliche Preissprünge auch bei Gas, Heizöl und Benzin. Fakt ist: die Preise steigen. Dass die Inflation immer weiter voranschreitet, sollte mittlerweile jedem bewusst sein. Und dieser Zustand wird nicht von kurzer Dauer sein. Um sein Vermögen vor den immer weiter steigenden Inflationsraten zu schützen, sollte man jetzt handeln und wie man das richtig angeht, darauf gehen wir in diesem Artikel ein.

Seit März 2022 ist die Inflationsrate auf einem neuen Höchststand seit der Deutschen Vereinigung. Im Februar betrug diese noch +5,1 Prozent zum Vorjahresmonat, wohingegen sie im März schon bei +7,3 Prozent lag. Dies hat zur Folge, dass die Preise enorm steigen, während die Löhne nicht im gleichen Maße ansteigen und folglich das Geld an Wert verliert. Wer jetzt nicht handelt und sein Vermögen richtig anlegt, der kann dabei zusehen, wie es immer weniger wird, wie die nachfolgende Grafik auch eindrucksvoll belegt.

Es gibt viele Gründe, warum es zu einer solch immensen Preisexplosion gekommen ist. Zunächst gab es durch die Pandemie natürlich entsprechend sehr viele Einschränkungen – Stichwort: gestörte Lieferketten. Hinzu kommt der derzeit andauernde Ukraine Konflikt. Gaspreise, Heizölpreise, Benzinpreise und auch die Preise für Lebensmittel schnellen nach oben. Die Preise verteuerten sich sogar um knapp mehr als 300 Prozent. Folglich stellt Inflation ein immer größeres Risiko für Ihr Vermögen dar.

Daher ist jetzt genau der richtige Zeitpunkt, um sich darüber zu informieren, wie sie in so einer Zeit ihr Vermögen aufbauen und schützen können. Hält man sein Geld lediglich auf dem Sparbuch, so verliert es jährlich an Kaufkraft. Auch wenn ein Jahr nicht so dramatisch zu sein scheint, so kommt in der Summe der Jahre doch sehr schnell einiges zusammen.

Ein Guthaben von 10.000 Euro hat bei einer durchschnittlichen Inflationsrate von 2 Prozent in 20 Jahren nur noch eine reale Kaufkraft von 6.730 Euro. Man wird also zum Verlierer der Inflation. Um das zu vermeiden, sollte man wissen, mit welchen Mitteln man sich vor diesem Wertverlust schützen kann.

Die Umstände machen es Sparern jedoch nicht gerade leicht. Die Geldinvestition hängt ja bekanntlich von verschiedenen Faktoren ab und ist vor allem sehr individuell. Dennoch gibt es noch viele Möglichkeiten, Ihr Vermögen in diesen Zeiten gut anzulegen. Die schlechteste Wahl wären neben den bereits angesprochenen klassischen Anlageformen wohl auch eindeutig Anleihen. Denn während die Inflation die Zinsen steigen lässt und damit die Kurse von Anleihen ohnehin belastet, vermindert sich dadurch auch der reale Rückzahlungswert.

Immobilien hingegen bieten sich als Sachanlage zwar durchaus als Schutz gegen eine höhere Inflation an; allerdings sind gerade in Top-Lagen die Wohnimmobilien-Preise in der Vergangenheit derart angezogen, dass der Markt meiner Meinung nach einigermaßen heiß gelaufen ist.

Bei Immobilien könnten sich aber gerade aufgrund des demografischen Wandels hervorragende Möglichkeiten des Investierens auftun. Spontan würden mir da unter anderem die Palliativeinrichtungen, Altenheime oder neue Gesundheitszentren einfallen, die von diesem Strukturwandel profitieren könnten und preislich noch nicht so überhitzt sind, wie Wohnimmobilien.

Eine weitere Möglichkeit ist mit Gold auf langfristigen Preisanstieg statt auf Zinsen zu setzen. Gold hat auf lange Sicht noch nie an Kaufkraft verloren. Es hat Kriege, Depressionen und mehrere Währungsreformen überstanden und wird immer noch als Anlage geschätzt. Natürlich ist auch der Kurs des Goldes Schwankungen ausgesetzt. In Krisenzeiten kann Gold aber zur Risikostreuung beitragen. Und die nachfolgende Grafik zeigt hervorragend, wie die Kaufkraft des Euros gegenüber Gold in den letzten zwei Dekaden verloren hat.

Aber auch Aktien und Fonds sollten nicht außer Acht gelassen werden. Denn Aktien werfen in der Regel prozentuale Erträge ab, die höher sind als die Inflationsrate. Hier gilt jedoch, wer ungeduldig ist verliert. Es muss also auf lange Sicht investiert werden, um Rendite zu erwirtschaften. Zudem ist die Auswahl entscheidend. Man sollte das Inflationsszenario betrachten. Je nach wirtschaftlicher Situation sollte auf unterschiedliche Branchen gesetzt werden.

Auch die Risikobereitschaft des Einzelnen sollte beachtet werden. Grundsätzlich sollten Anleger nur so viel Geld in Sachwerte stecken wie sie langfristig - mindestens für zehn bis zwanzig Jahre - entbehren können. Um Risiken allgemein zu minimieren, sollte diversifiziert werden. Hat man jedoch eine vernünftige Auswahl getroffen, so ist diese Investitionsmöglichkeit auf lange Sicht sehr rentabel.

Letztendlich ist Risikostreuung aber am wichtigsten. Ein ausgeglichenes Portfolio berücksichtigt die Risikopräferenz und ermöglicht dadurch eine höchstmögliche Rendite zu erzielen. Zum Beispiel können Verluste von Aktien und Fonds durch Erträge aus fremdvermieteten Immobilien oder Investments in Edelmetallen ausgeglichen werden.

Man sollte sich also nicht auf eine bestimmte Strategie zu sehr konzentrieren, sondern die perfekte Kombination an Möglichkeiten für sich selber finden. Es gilt also, Ihre aktuelle Lebens- und Einkommenssituation mit in die Überlegungen einzubinden, um so die Möglichkeiten in der aktuellen Lage optimal nutzen zu können. Wie eine sinnvolle Kombination aus den Verschiedenen Möglichkeiten aussieht, ist somit ganz unterschiedlich.

Wenn Sie genau dabei unsere Unterstützung in Anspruch nehmen möchten, dann tragen Sie sich einfach unter www.claus-roppel.de/termin zu einem kostenfreien Erstgespräch ein. Denn wir helfen mit unserer Wohlstands-Akademie seit Jahren Privatanlegern dabei, nachhaltig Vermögen aufzubauen und zu schützen.

Gold verkaufen?! Notenbanken wollen Währungskollaps verhindern (Türkei)

Zum ersten Mal seit der großen Finanzkrise 2008/2009 schrumpfen die Goldreserven der Notenbanken, da einige betroffene Staaten unbedingt frisches Geld brauchen. Warum die Notenbanken aber über Jahre hinweg tonnenweise Gold einkauften, weshalb damit aber keinesfalls ein wirklicher realwirtschaftlicher Zweck erfüllt wird und was das mit der dramatischen Währungskrise in der Türkei und möglicherweise auch für den Euro bedeuten kann, darum soll es in diesem ​Artikel gehen.

Wie wir bereits ​wissen, hat die Corona-Krise bis heute drastische Auswirkungen auf den Goldhandel. So hat in den Monaten Juli bis September die Nachfrage nach Goldmünzen und Goldbarren sowie nach Wertpapieren, bei denen Gold hinterlegt wird, stark zugelegt, sodass der Goldpreis neue Rekorde verzeichnen konnte. 

Insgesamt legte er bis dato in Euro rund 19 Prozent zu, wovon natürlich nicht nur private Anleger profitieren wollen. So haben die Zentralbanken zum ersten Mal in der Dekade weltweit mehr Gold-Reserven verkauft als neu aufgebaut. In Zahlen ausgedrückt trennte man sich im abgelaufenen dritten Quartal 2020 netto von 12,1 Tonnen Gold im Wert von 625 Millionen Euro. Vorreiter in dieser Entwicklung waren dabei vor allem Usbekistan und die Türkei. 

Während ersteres Land sich für internationale Investoren und Organisationen öffnen möchte und dafür entsprechend Geld benötigt, was sich die Zentralbank über den Verkauf von Gold-Reserven beschafft, sieht das im Falle der Türkei doch etwas anders aus. Das Land am Bosporus wiederrum nutzt nämlich die Einnahmen aus dem Gold-Verkauf vor allem, um gegen den Verfall der eigenen Währung anzukämpfen.

Denn die dortige Lira gehört dieses Jahr nach dem brasilianischen Real mit einem gigantischen Verlust von knapp 30 Prozent zu den schwächsten Währungen der Welt. Deshalb hat die Zentralbank schon mehrfach ausländische Währungen ver- oder Lira gekauft und das nötige Kleingeld besorgt sich die Bank jetzt eben auch mit dem Verkauf von Gold – und davon ist erstaunlich viel gebunkert. Denn bereits vor der Corona-Krise kauften die Zinshüter des Landes massenhaft Gold ein.

Einzig Russland zeigte sich in ähnlicher Weise interessiert an Gold. Demzufolge saß die türkische Notenbank Ende 2016 noch auf Gold-Reserven von etwa 116 Tonnen, während sich bis Ende 2019 dieser Bestand bereits auf mehr als 412 Tonnen verdreifachte. Und inzwischen sollen es aktuellen Zahlen zufolge nach sogar 686 Tonnen sein. Dabei liegt die Türkei weltweit auf Platz neun bei den Gold-Reserven. Und trotz alledem hat sich die türkische Lira wie bereits angesprochen in diesem Jahr alles andere als gut geschlagen, sodass die bisher gefahrene Gold-Strategie der türkischen Notenbank ihr eigentliches Ziel komplett verfehlt hat. 

Denn was wir Anfang ​November beobachten konnten, war wirklich besorgniserregend, infolge die türkische Währung zum Dollar erstmals die Marke von acht Lira durchbrochen hat. Damit verlor man an einem Tag über ein Prozent zur US-Währung. Zwar wird hierfür auch die verpasste Zinssetzung der Notenbank und die Sorge vor US-Sanktionen aufgrund des Konflikts um das russische Raketenabwehrsystem ins Spiel gebracht; doch am Ende des Tages sind solche Entwicklungen nicht im Sinne der Notenbanken.

Zwar kann eine billigere Währung für die Wirtschaft gewisse Vorteile mit sich bringen, doch andererseits das Land ebenfalls vor gewaltige Probleme stellen. Denn durch die schwache Lira leitet die Türkei in erster Linie unter einer sogenannten „importierten Inflation“, und gleichzeitig verabschieden sich reihenweise die ausländischen Kapitalgeber und den Konzernen des Landes fällt es noch schwerer, die massiven ausländischen Schulden in Fremdwährungen zu bedienen.

Helfen würden dafür natürlich höhere Zinsen, die aber wie erwähnt ausgeblieben sind, da sie für den dortigen Präsidenten ein absolutes Tabu sind. Und genau das wissen auch die Zinshüter, weshalb sie womöglich auf die massiven Goldkäufe gesetzt haben. Zwar gilt Gold seit Jahrtausenden als weltweites Wertaufbewahrungsmittel, doch es nutzt im Besitz von Zentralbanken nicht als Reserve gegen Währungskrisen

Zwar eignet sich das Edelmetall als privates Anlageobjekt; erfüllt aber gleichzeitig keinen wirklichen realwirtschaftlichen Zweck. Deshalb kann eine Notenbank mit ihren Reserven allenfalls das Abwertungstempo einer Währung vermindern oder kurzfristige Übertreibungen korrigieren. Doch nachhaltig ist diese Methode definitiv nicht. Der eine oder andere mag sich vielleicht an dieser Stelle des Videos jetzt fragen, welche Möglichkeiten Notenbanken denn in einem solchen Falle überhaupt haben.

Nun, ob es sich um entsprechende Gold- oder auch mögliche Devisenreserven handelt; wenn sich der Markt gegen eine Währung stellt, kann wohl selbst die vermögendste Notenbank oft nichts dagegen unternehmen, was wir auch im Zuge der Yuan-Abwertung im Jahr 2015 in China beobachten konnten. Damals hat Chinas Notenbank vergeblich über eine halbe Billionen Dollar an Fremdwährungsreserven regelrecht verpulvert. Und diese Beispiele zeigen einfach, dass unser Geldsystem auch nicht in jedem Fall kontrollierbar ist und man sich möglichst mit seinem Vermögen aus den reinen Geldwerten entziehen sollte. Denn es gibt nach wie vor hervorragende Möglichkeiten sein Geld in Sachwerten zu schützen und ebenfalls noch weiter aufzubauen. ​

​Dabei können wir Sie natürlich mit unserer Expertise und Erfahrung unterstützen. Einfach unter www.claus-roppel.de/termin oder im unteren Formular zu einem kostenfreien Erstgespräch eintragen. Denn wir helfen mit unserer Wohsltands-Akademie seit Jahren Privatanlegern, Unternehmern und Selbstständigen dabei, Vermögen aufzubauen und zu schützen.