Gesetzliche Rentenversicherung vor dem Aus: Darum droht JEDEM die Pleite im Alter!

Die gesetzliche Altersvorsorge steht einmal mehr vor einem gigantischen Scherbenhaufen – und daran werden auch nichts die Pläne der Ampelregierung etwas ändern. Das hat natürlich zur Folge, dass für viele Millionen Menschen hierzulande die Altersarmut irgendwann einmal bittere Realität wird.

Eigentlich paradox, dass sich die heutigen Rentner im kommenden Jahr noch über ein kräftiges Plus freuen dürfen, obwohl das System bereits jetzt an seine Grenzen stößt. Seit Jahren appelliere ich, dass ein Weiter-so uns alle massiven Wohlstand kostet und keinesfalls im Interesse der Politik sein dürfte.

Doch wenn man sich den Koalitionsvertrag der Ampel zu diesem Thema mal etwas genauer anschaut, wird schnell klar, dass das, was die Parteien bei der Rente vorhaben, maximal eine Alibi-Lösung darstellt. Denn wenn die sogenannten Babyboomer in Rente gehen, ist das System kaum noch zu finanzieren.

Denn jede zweite Person in Deutschland ist heute bereits älter als 45 und jede fünfte sogar älter als 66 Jahre. Als Konrad Adenauer das Umlageverfahren 1957 auf den Weg brachte, schien die Idee, dass eine Generation die andere versorgt, hervorragend. Und solange die Bevölkerung wuchs, funktionierte das ja auch. Anfang der 60er kamen beispielsweise auf einen Rentner sechs Beitragszahler. Heute aber sind es nur noch zwei Junge, die für einen Senior zahlen.

Denn was der erste Bundeskanzler nicht vorhersehen konnte, war der demografische Wandel. Als er die Rente nämlich reformierte, kamen gerade die Babyboomer, also die Jahrgänge 1955 bis 1970, zur Welt. Die Folgen von Adenauers Irrtum werden wir hierzulande spätestens ab 2025 zu spüren bekommen. Denn dann geht die genannte Generation der Babyboomer in Rente. Mit einem Mal fallen also viele Beitragszahler weg, wohingegen gleichzeitig die Zahl der Rentner rapide wächst.

Für die Rentenkasse heißt das einmal mehr, dass die Ausgaben die Einnahmen drastisch übersteigen werden. Vor schockartigen Finanzierungsproblemen warnte übrigens bereits im Sommer dieses Jahres der wissenschaftliche Beirat im Bundeswirtschaftsministerium. Denn die rentenpolitischen Maßnahmen der letzten Jahre haben geradewegs in eine Sackgasse geführt. Schon jetzt reichen die Beiträge, die Arbeitnehmer in die Rentenkasse einzahlen, bei Weitem nicht mehr aus.

Der Staat muss dementsprechend mit unseren Steuergeldern kräftig nachhelfen. 2020 waren es erstmals mehr als 100 Milliarden Euro, die die Regierung zuschießen musste. Das ist im Übrigen fast ein Drittel des Bundeshaushalts – also Geld, das für andere Investition fehlt. Und ohne eine wirkliche Rentenreform verschärft sich diese Lage meiner Einschätzung nach weiter.

Denn spätestens im Jahr 2060 könnte bereits über die Hälfte der Bundesmittel für die Finanzierung der gesetzlichen Rente draufgehen. Und das würde am Ende des Tages natürlich den Bundeshaushalt sprengen und wäre ohne massive Steuererhöhungen keinesfalls mehr finanzierbar. In diesem Zusammenhang haben Forscher des ifo-Instituts mal nachgerechnet und festgestellt, dass wenn man das Ganze über höhere Steuern finanzieren würde, zum Beispiel die Mehrwertsteuer bis 2050 auf 27 Prozent steigen müsste.

Eine solche Mehrbelastung der Verbraucher ist aber keinesfalls politisch durchsetzbar. Doch unabhängig davon, wie sich unser derzeitiges Rentensystem auch in Zukunft finanzieren lässt, ist eins Gewissheit: Die nachfolgenden Generationen können sich keinesfalls mehr rein auf die gesetzliche Rente verlassen. Zwar haben sich SPD, FDP und Grüne am Ende auf einen Kompromiss beim Thema Aktienrente geeinigt, der aber keinesfalls das Grundproblem löst.

Denn sie wollen zunächst einmal nur 10 Milliarden Euro aus Haushaltsmitteln an die Deutsche Rentenversicherung überweisen, die das Geld dann in Aktien und Anleihen anlegen soll. Das ifo- Institut hat das ebenfalls mal auf den Einzelnen runtergerechnet: Demnach könnte man mit diesen 10 Milliarden Euro jedem Rentner einmalig 240 Euro auszahlen; und danach wäre das Geld auch schon wieder aufgebraucht.

Um hingegen einen langfristigen Kapitalstock aufzubauen, von dem man auch lange zehren kann, bräuchte man mindestens einen dreistelligen Milliardenbetrag. Das würde dann auch schon näher an das schwedische Modell in puncto Rente herangekommen, dass ja im Wahlkampf sowohl von den Grünen als auch von der FDP immer wieder als Vorbild genommen wurde.

Nach Verlusten in den ersten Jahren steuerte der staatliche Rentenfonds im skandinavischen Land nämlich kontinuierlich ins Plus. Heute liegt die durchschnittliche Rendite sogar bei rund 11 Prozent. Am Ende des Tages gibt es aber nicht die „eine Wunderlösung“, um die Rente hierzulande zu retten. Vielmehr kritisiere ich die Situation, dass die Bundesbürger nur schwer abschätzen können, ob das Geld im Alter reicht oder nicht – Stichwort Rentenlücke.

Denn gerade das Chaos beim Thema Renteninformation hätte längst einmal digital geordnet werden müssen. Nichtsdestotrotz wird sich der Lebensstandard mit der gesetzlichen Rente allein nicht mehr halten können. Da hilft nur privat versorgen – und zwar rechtzeitig.

Tragen Sie sich für weitere Informationen einfach unter www.claus-roppel.de/termin oder im unteren Formular für ein kostenfreies Erstgespräch mit uns ein. Denn wir helfen mit unserer Wohlstands-Akademie seit Jahren Privatanlegern, Unternehmern und Selbstständigen dabei, nachhaltig Vermögen aufzubauen und zu schützen.

Dr. Daniel Stelter: ​Fatale Klimapolitik? ​Wer gewinnt die Wahl? ​Verlierer: Mittelstand? #3

Vor einigen Wochen haben wir eine 5-teilige Videoreihe mit dem Top-Ökonom Dr. Daniel Stelter auf unserem YouTube-Kanal veröffentlicht, im Zuge dessen uns zahlreiche Fragen erreicht haben, die wir Herrn Dr. Stelter in einem persönlichen Gespräch entsprechend gestellt haben und seine Antworten können Sie nun im dritten und letzten Teil unserer Blog-Serie nachlesen.

Claus Roppel: „Was halten Sie von einer grundlegenden Neuaufstellung von Staat, Wirtschaft, Kultur und Bildung? Neben der vertikalen Gliederung in Bund, Länder und Gemeinden, brauchen wir eine horizontale Gliederung unseres Gemeinwesens, Staatswesens und Bildungswesens. Der Staat muss entmachtet und entlastet werden. Neben dem Bundestag hätten wir dann ein Wirtschafts- und ein Kulturparlament, mit Fachleuten aus diesen Bereichen.

Und wenn der Staat unser Gemeinwesen mit Euro, EU, Klima, Energie, Einwanderung, Verschuldung und Corona-Politik endgültig renoviert hat, bestände die Chance auf einen Neuanfang. Der Schuldenschnitt wäre nur eine Verlängerung des Elends. Was halten Sie von einer Dreigliederung des sozialen Organismus?"

Dr. Daniel Stelter: Ich muss zugeben, dass das eine interessante Idee ist. Und so etwas habe ich jetzt zum ersten Mal gehört. Ich persönlich habe ein paar Gedanken, die mir dazu spontan kommen. Zum einen ist da die Frage: „Wozu brauchen wir ein Wirtschaftsparlament?" Es hat sich erwiesen, dass die soziale Marktwirtschaft deshalb so stark ist, weil sie dezentral ist. Bei der Kultur wiederum ist es so, dass diese von der Kreativität des Einzelnen lebt. Deshalb bin ich mir ebenfalls nicht sicher, ob wir ein Kulturparlament brauchen.

Generell sehe ich aber den Aspekt, dass wir ganzheitlicher denken müssen. Und das tun wir eben nicht. Die Politik - wie es auch ein Kritikpunkt meines Buches "Ein Traum von einem Land" ist - geht so vor, dass sie irgendwo interveniert, aber dann nicht versteht, was die Folgeerscheinungen dieser Intervention sind. Um diese zu lösen, interveniert sie dann erneut. Im Endeffekt läuft der Prozess der Fehlersuche dann wieder von vorne, weil sie immer nur in einzelnen Teilen intervenieren, ohne zu wissen, was die Folgewirkung dieses Eingriffs ist.

Und dass ist das Problem in einer Welt, die so komplex ist, dass man sie individuell als ganzes System betrachten muss, was die Politik allerdings nicht macht. Der Vorteil der normalen Parlamente ist eben, dass man versucht, die Komplexität etwas transparenter zu machen. Ich persönlich finde, wir müssen über die Folgewirkungen der einzelnen Entscheidungen mehr diskutieren. Gerade in der Corona-Politik haben wir gemerkt, dass unser System sehr reformbedürftig ist.

Claus Roppel: Kommen wir zum Thema „Green Deal“ - ein gigantisches Projekt. Die EU-Kommission schätzt, dass sowohl die privaten als auch die öffentlichen Investitionen im Green Deal auf 2,6 Mrd. Euro anwachsen können. Langfristig ist das Ziel der Klimaneutralität nur mit erfolgreichen Geschäftsmodellen zu meistern. Dazu lautet die Frage eines Zuschauers: „Was halten Sie von der politischen Krisenbekämpfung, auch in Bezug auf die vielen Pleiten, die auf uns zurollen? Sind diese alternativlos? Wie ist diese Klimawende im Rahmen dieser Umstände zu schaffen? Und mit welchen Geschäftsmodellen?“

Dr. Daniel Stelter: Fest steht, dass das Corona-Krisenmanagement schon mal bewiesen hat, dass der Staat es nicht kann. Wir hatten den ganzen Sommer Zeit, um uns auf die zweite Welle vorzubereiten. Aber wir hatten kein Schutzkonzept für Risikogruppen, wir haben unzureichend Tests eingekauft, obwohl diese schon im Oktober verfügbar waren usw. Bei der Klimakrise wird das demnach ähnlich aussehen.

Ich erinnere mich da an die Subvention von Lastenfahrrädern in Berlin. 53.000 Euro werden da jährlich an Subventionen hineingepumpt – für 7 Tonnen CO2-Ersparnis. Wenn wir so weiter machen würden, dann wären wir ziemlich schnell pleite. Ein anderes Beispiel ist die Investition von 80 Mrd. Euro für Solarenergie. Mit der Solarenergie wird der CO2-Ausstoß um zwei Prozent pro Jahr verringert, was unverhältnismäßig teuer im Vergleich zum Output ist.

Deshalb sehe ich den Green Deal der EU als kritisch zu betrachten an. Diesbezüglich glaube ich, dass Europa auf dem völlig falschen Dampfer ist, und wir sind sowieso auch schon abgehängt worden von den anderen Staaten, was die generellen Zukunftstechnologien betrifft. Da sind uns die USA und China weit voraus. Und dieser einseitige Fokus auf das Thema Klima wird den Untergang Europas weiter beschleunigen.

Claus Roppel: Die 30 DAX-Konzerne werden trotz aller Umstände 30 Mrd. Euro an ihre Aktionäre auszahlen. Fast jedes zweite Unternehmen plant eine höhere Dividende als im Vorjahr, viele große Unternehmen werden also Dividenden an ihre Aktionäre zahlen. Angenommen die Staatshilfen führen dazu, dass letztendlich Steuergelder, die zur Rettung von Arbeitsplätzen gedacht waren, als Gewinne an die Aktionäre weitergeleitet werden - ihre Meinung dazu.

Dr. Daniel Stelter: Falls Sie das Kurzarbeitergeld meinen, dieses ist eine Versicherungsleistung. Das wird nicht aus Staatshilfen finanziert, sondern aus entsprechenden Leistungen zur Prävention von Arbeitslosigkeit. Wenn der Vorstand eines Unternehmens jedoch trotz vorhandener Gewinne, die das Unternehmen erzielt hat, keine Dividende auszahlt, können die Aktionäre das Unternehmen verklagen.

Von der Lufthansa weiß ich, dass sie keine Dividenden zahlt, denn die Lufthansa hat tatsächlich Staatshilfen bekommen. Aber ich verstehe diese Bedenken und kann auch unter moralischen Gesichtspunkten nachvollziehen, dass solche Vermutungen aufkommen könnten, dass die Staatshilfen unter Umständen missbraucht werden. Jedoch muss die Situation besser so beschrieben werden, wie sie ist, damit wir sie besser einordnen können.

Claus Roppel: Eine weitere interessante Frage von einem unserer Zuschauer, die sich auf die bevorstehende Wahl bezieht, lautet: „Gibt es aus Ihrer Sicht eine Perspektive, wie das Wahlergebnis ausgehen und auf unseren Wohlstand Einfluss nehmen könnte?“

Dr. Daniel Stelter: Egal wie die Wahl ausgeht, es gibt faktisch keine Politiker, die für die Wohlstandschaffung eintreten. Wenn wir die Parteien durchgehen, so haben alle Parteien unterschiedliche Programme der Wohlstandsverwendung. Bei den Linksparteien geht es vor allem um die Steuererhöhung zugunsten der Klimapolitik, aber nirgendwo wird auf die Schaffung von Wohlstand eingegangen. Von daher können wir davon ausgehen, dass am Ende eine Minderung des Wohlstands steht.

Und noch mal zur Erinnerung: Es geht nicht darum, dass die Reichen in Deutschland reicher sind oder reicher werden als beispielsweise in Frankreich oder Spanien, sondern es geht um den Mittelstand. Unser Problem ist, dass die Mittelschicht zu wenig hat. So viel zum Thema Ungleichheit. Bei der SPD ist es nicht anders. Dort wird viel über Vermögensabgaben und Vermögenssteuer gesprochen. Und da frage ich mich: Wieso eigentlich? Wir haben ohnehin schon die höchste Abgabenlast laut OECD. Wenn noch mehr Gelder in der EU umverteilt werden, dann ist das alles andere als Wohlstandsschaffung.

Über die AfD müssen wir in diesem Zusammenhang gar nicht erst reden. Die CDU wiederum ist beliebig in ihrem Handeln. Sie hat in den letzten 15 Jahren bewiesen, dass sie zwar alles Mögliche tut, aber nicht den Wohlstand der Bürger richtig in den Schutz nimmt. Wäre das in den letzten 15 Jahren überwiegend der Fall gewesen, wären wir heute besser dran. Das richtige Wohlstandsdenken fehlt in der CDU. Da hat die SPD noch am ehesten dieses Wohlstandsdenken, Wohlstand zu schaffen und auch zu schützen. Sie hat allerdings im Bundestag dem Gesetz der europäischen Schuldenunion zugestimmt, entgegengesetzt den Versprechungen aus ihrem Wahlprogramm.

Zusammengefasst ist das Problem einfach auch, dass nach wie vor zu viele Bürger an das Märchen vom reichen Land glauben. Besonders gefährlich ist in diesem Zusammenhang die Klimapolitik der Grünen. Diese wollen einerseits die Reichen besteuern, andererseits möchten sie die Bekämpfung des Klimawandels über das Knie brechen, und das alles mit ineffizienten Maßnahmen. So heißt es dann: Wir erhöhen die Strompreise, wir schalten alles gleichzeitig ab, und hoffen dann, dass all dies irgendwo und irgendwie funktioniert. Dabei kann man die Klimapolitik - die wir ohnehin betreiben müssen - auch so gestalten, dass sie den Wohlstand der Bürger nicht in ein noch tieferes Loch steuert.

Wer von den Parteien am Ende gewinnt, kann ich nicht sagen. Was ich jedoch sagen kann, egal welche Konstellation es am Ende sein wird, es wird eine sein, die eine beschleunigte Wohlstandsvernichtung betreibt. Eine, bei der Wohlstandsschaffung und -sicherung nicht auf der Agenda hat. Ich erinnere daran, dass wir eine Zunahme an Volksvertretern haben, die das Leben des Volkes selbst nie erlebt haben. Viele sind von der Schule ins Studium gekommen. Dann vom Studium in einen Verband oder in eine Partei oder NGO, und auf einmal sitzen sie dann im Bundestag.

Als Voraussetzung, um in den Bundestag zu kommen, sollten daher fünf Jahre Berufserfahrung in einem selbstständigen Beruf oder in einem sozialversicherungspflichtigen Beruf erforderlich sein. Und zwar muss dies eine Tätigkeit sein, die nicht bei einem Parteiverband oder beim Staat ist. Damit die Volksvertreter in spe das Leben des normalen Bürgers vorher mal kennengelernt haben, und dadurch sich besser in die Lage des Volkes versetzen können. Darüber hinaus sollten wir auch hingehen und die Amtszeiten begrenzen. Ich bin der Auffassung, Minister und Regierungschefs sollten ganz klar maximal zwei Amtszeiten haben. Wir hätten dadurch mehr Mischung und auch bessere Politiker meines Erachtens.

Wenn Sie dabei Unterstützung benötigen, dann tragen Sie sich einfach unter www.claus-roppel.de/termin oder im unteren Formular zu einem kostenfreien Strategiegespräch ein. Denn wir helfen mit unserer Wohlstands-Akademie seit Jahren Privatanlegern, Unternehmern und Selbstständigen dabei, nachhaltig Vermögen aufzubauen und zu schützen.

​​Dr. Daniel Stelter​​: Migrationsdruck? ​Staatsfonds ​einrichten? Corona-Schuldenkrise? #2

Vor einigen Wochen haben wir eine 5-teilige Videoreihe mit dem Top-Ökonom Dr. Daniel Stelter auf unserem YouTube-Kanal veröffentlicht, im Zuge dessen uns zahlreiche Fragen erreicht haben, die wir Herrn Dr. Stelter in einem persönlichen Gespräch entsprechend gestellt haben und seine Antworten können Sie nun im zweiten Teil unserer Blog-Serie nachlesen.

Claus Roppel übermittelt eine weitere Zuschauerfrage: "Als Bürger und als Polizist beschäftige ich mich seit vielen Jahren mit dem Thema Zuwanderung. Menschen mit Migrationsgeschichte bilden bei Hartz IV und bei den Insassen in der JVA die Mehrheit, obwohl diese nur 25 Prozent der Gesamtbevölkerung stellen. Über 50 Prozent der Kinder unter 6 Jahren haben einen Migrationshintergrund in Hessen. In Frankfurt sind es 75 Prozent. Auf der anderen Seite ist Deutschland für gute Zuwanderung uninteressant. Wie sollen sich der Staat und die Gesellschaft zukünftig verhalten, was dieses Problem betrifft?"

Dr. Daniel Stelter: Das ist natürlich ein heißes Eisen. Ich habe mich in meinen Büchern dazu klar geäußert. Sowohl in dem Buch "Das Märchen vom reichen Land", wie auch in meinem anderen Buch. Demnach bin ich der Auffassung, dass wir eine Steuerung der Zuwanderung nach gewissen Kriterien brauchen. Das heißt, wir müssen versuchen, qualifizierte Zuwanderer zu locken. Wir müssen mehr tun, um die Qualifizierten, die im Land sind, auch im Land zu halten. Wir haben nicht nur eine Zuwanderung, sondern auch eine maßgebliche Abwanderung, die seit Jahren anhält. 

Und es zeigt, dass es überwiegend junge und gut ausgebildete Menschen sind, die weggehen. Und vor diesem Hintergrund brauchen wir dann einen Ansatz. Wir müssen lernen, uns vor den anderen Ländern besser aufzustellen. Dass wir sagen, wir haben ganz klare Kriterien in Bezug auf die Zuwanderung. Und wir müssen ganz besonders die Zuwanderung in die Sozialsysteme begrenzen. Und gleichzeitig haben wir das Dilemma, dass wir demografische Explosionen erleben – beispielsweise im Nahen Osten oder in Afrika. Der Migrationsdruck wird anhalten. 

Und ich persönlich würde da eine Kombination aus zwei Dingen vorschlagen: Zum einen würde ich einen effektiven Grenzschutz umsetzen, also das was bei uns heftig umstritten ist. Ich würde konsequent jede Art der illegalen Immigration verhindern, würde aber in den Hauptzuwanderungsländern Ausbildungszentren eröffnen. Ausbildungszentren in denen man die allgemeine Sprache erlernt, also Deutsch. Wo man einen Beruf erlernt und wo man an Integrationskursen teilnimmt. 

Also ein Ort, an dem den Neuankömmlingen erklärt wird, wie bei uns der Staat funktioniert und wie die Gesellschaft funktioniert. Und wenn man quasi alle drei wichtigen Bausteine abschließt, also die Sprache gelernt hat, eine Berufsausbildung erfolgreich absolviert hat und zudem den Integrationskurs belegt hat, dann sollte man eine Chance bekommen, um in unserem Land sesshaft zu werden. Wir haben bereits einen großen Anteil mit Migrationshintergrund im Land, und hier müssen wir im Prinzip konsequent vorgehen, um positive Änderungen herbeizuführen.

Das heißt im Klartext, Leute die straffällig werden, sollten wir konsequent abschieben. Aber ich denke auch viel mehr an die Schule und die Ausbildung in unserem Land. Wir haben einen sehr hohen Anteil an Schulabbrechern in Deutschland, nämlich über 10 Prozent. Wir haben einen hohen Anteil an Abbrechern bei der Berufsausbildung. Dabei sind auch überproportional viele Menschen mit Migrationshintergrund vertreten. Insgesamt ist das natürlich ein schwieriges Thema. Denn überhaupt darüber zu reden, kostet den Politikern viel Überwindung, und das ist tragisch. 

Wenn wir in diesem Segment untätig bleiben, kommen zwei Probleme auf uns zu. Wir haben eine älter werdende Gesellschaft, die versorgt werden muss, und wir haben einen hohen Anteil an Menschen, die über unsere Sozialsysteme finanziert werden müssen. Das liegt daran, weil die Zahl der Hartz-IV-Empfänger durch Corona zugenommen hat und auch noch weiter zunehmen wird. Zuvor sind diese Zahlen noch gesunken, und sie wären noch weiter gesunken, hätte es nicht mit der Zuwanderung der vergangenen Jahre ebenfalls eine Zuwanderung in das Hartz-IV-System gegeben.

Claus Roppel: Sie haben auch gerade das Stichwort der Bevölkerungsalterung aufgegriffen. Die hiesige Gesellschaft wird immer älter. Das sind meiner Ansicht nach, wenn auf Dauer nichts passiert mit der Umstrukturierung, echte Wohlstands-Vernichter. Der Club der Hundertjährigen wird immer größer.

Medizinischer Fortschritt hat unter anderem zu einer höheren Lebenserwartung geführt. Das Verhältnis der Beitragszahler und der Rentenempfänger ist aus dem Gleichgewicht geraten. Dazu hat uns ein Zuschauer geschrieben: „Ich bin selbst Beamter, was halten Sie von Entbeamtungsmaßnahmen nach Schweizer Vorbild? Gerade Lehrer. Ungefähr jeder zweite Beamte ist Lehrer, und die sind pensionstechnisch unfinanzierbar."

Dr. Stelter: In der Tat. Die Politiker haben die Lehrer verbeamtet, weil die laufenden Gehaltskosten dadurch geringer waren. Einiges wurde dabei jedoch nicht beachtet, sodass der langfristige Weitblick einfach fehlte. Ich erinnere mich noch an damals, als in Berlin der Beschluss kam, Lehrer nicht mehr als Beamte, sondern als Angestellte zu behandeln. Was war die Folge?  Die Lehrer wollten nicht mehr in Berlin tätig sein, sondern gingen in die anderen Bundesländer, und zwar dorthin, wo großzügiger verbeamtet wurde.

Eine Rückstufung der Verbeamtung kann daher nur funktionieren, wenn sie bundeseinheitlich durchgeführt wird. Vor allem braucht es eine Bilanz, die aufgestellt werden muss, um zu sehen, wie sich die Verbeamtung im Vergleich zur Anstellung auswirkt. Und die Politik schaut sich das an, sieht eventuell Einsparpotenziale oder Verbesserungspotenziale, aber kommt nicht in die Umsetzung. Es werden sinnvolle Vorschläge zwar befürwortet, aber im Endeffekt kommt keine Umsetzung zustande.

Claus Roppel: Sie sprachen mal über einen Staatsfonds in Deutschland nach dem Vorbild von Norwegen. Wie soll dieser gespeist werden? Und halten Sie eine Einsetzung eines solchen Fonds wirklich für durchsetzbar? Wie ist da Ihre Einschätzung für die nächsten Jahre?

Dr. Daniel Stelter: Der Staatsfonds war ein Vorschlag, den ich mal gemacht habe. Er basiert auf der Idee, dass jeder Bürger 25.000 Euro in diesen Fonds einzahlt, was auch durchaus machbar wäre. Man kann sich dieses Geld auch leihen. Umsetzbar wäre es also, erfordert aber, dass die Politik auch wirklich an die Schöpfung von Wohlstand denkt, und nicht nur an die Verteilung von Wohlstand. Die Idee vom Staatsfonds ist zwar theoretisch realisierbar und auch finanzierbar, wird praktisch aber nie realisiert werden, weil die Politik nicht in diesen Kategorien denkt.

Claus Roppel: Stichwort Schulden: Schulden, Schulden, Schulden und nochmals Schulden! In diesem Zusammenhang möchte ich die Wirtschaftsprofessorin Frau Grin zitieren, die gesagt hat: „Wir benötigen in der EU eine echte Wettbewerbsfähigkeit, die nicht auf Schulden aufgebaut ist. Es funktioniert nicht über gemeinsame Schulden."

Jetzt folgt darauf eine Frage von einem unserer Zuschauer. „Wenn es keine Vergemeinschaftung von Schulden gibt, wer würde dann italienische Staatspapiere kaufen? Die Zinslast wäre nicht tragbar, das Spiel würde von vorne losgehen, und wenn man die Lira als Parallelwährung einführen würde, dann würde es keine zwei Monate dauern, bis man gegen diese erfolgreich am Finanzmarkt wettet."

Dr. Daniel Stelter: Also ich glaube, die Sache hat verschiedene Aspekte. Der allgemeine Konsens auf dem Finanzmarkt ist, dass es keine erneute Schuldenkrise in der Eurozone geben wird. Und diese Ansicht vertrete ich auch. Warum? Weil die Europäische Zentralbank immer intervenieren wird. Das wissen wir zwar alle, aber die Deutschen wollen das nicht wahrhaben. Doch so ist es. Das führt zu der Frage, wie es jetzt eigentlich weitergeht. 

Wenn das passiert, müssen wir uns die Frage stellen, was wir dann tun können. Sollte man wirklich den Staat mit Schulden ausstatten, also mit neu aufgenommenen Geld? Die zweite Sache ist: Wie könnten wir einen Beitrag dazu leisten, um die Schuldenlast zu reduzieren? Wir können nicht einfach sagen, dass die Bürger die Schulden über die Steuerlast am Ende ausbaden müssen. Das würde an einigen Stellen nicht akzeptiert werden, und die Franzosen tolerieren das schon gar nicht. Daher schlage ich eher als europäische Lösung einen Schuldentilgungsfonds vor. 

Wobei dieser eigentlich nicht den richtigen Namen trägt, da im eigentlichen Sinne nichts getilgt wird. Aber wenn, dann müssen alle Staaten daran teilhaben können. Also auch Deutschland, damit wir unsere Staatsschulden ebenfalls dort abladen können. Das ist der bessere Ansatz als beispielsweise Schulden, die durch Corona entstanden sind, einfach durch Steuererhöhungen zu tilgen. Dies wäre insgesamt das richtige Vorgehen, nur in der Politik kann ich keine Tendenz dazu beobachten, die in diese Richtung führt. Der Staat wird faktisch alles tun, um den Wohlstand zu mindern, anstatt ihn zu fördern. 

Wenn Sie dabei Unterstützung benötigen, dann tragen Sie sich einfach unter www.claus-roppel.de/termin oder im unteren Formular zu einem kostenfreien Strategiegespräch ein. Denn wir helfen mit unserer Wohlstands-Akademie seit Jahren Privatanlegern, Unternehmern und Selbstständigen dabei, nachhaltig Vermögen aufzubauen und zu schützen.

Altersarmut in Deutschland: Gefahr Rentenkollaps & keine Rentenerhöhung 2021

Mehr als eine Million Rentner leben zurzeit in Altersarmut. Doch auch für die nachfolgenden Generationen stehen die Zeichen angesichts des demografischen Wandels, der Rentenpolitik und der Corona-Krise nicht wirklich gut. Denn unser derzeitiges Rentensystem stößt bereits jetzt an seine Grenzen, weshalb wir in diesem Artikel auf die entsprechenden Entwicklungen eingehen werden, um möglichst vielen Menschen die Augen zu öffnen.

Dass der demografische Wandel längst schon kein Risiko mehr darstellt, sondern Gewissheit ist und damit den Wohlstand unseres Landes gefährdet, ist mittlerweile jedem bewusst. Denn die Babyboomer-Generation, die zurzeit etwa 56 Jahre ist, will in knapp 10 Jahren eine Rente von Kindern, die sie nicht haben. Insgesamt verdoppelt sich in Deutschland nämlich die Zahl der Menschen im Rentenalter vom Jahr 2000 bis zum Jahr 2035 relativ zu jenen im Arbeitsalter.

Lebenserwartung Deutschland Claus Roppel

Bei jetzigem Stand der Dinge müsste also eine Verdoppelung der Beitragssätze oder eine Halbierung der Rentenniveaus als trauriger Höhepunkt herhalten. Doch wenn man angesichts dieser massiven Versorgungskrise beziehungsweise Krisenbewältigung versucht, die nachfolgenden jungen Generationen zu schröpfen, dann wird das in Protesten und Auswanderungen münden. Auf jeden Fall drohen erhebliche Verteilungskonflikte innerhalb der deutschen Gesellschaft ab dem Jahr 2030.

Verstärkt wird diese Entwicklung dann aber auch noch durch die ausufernde Rettungspolitik auf europäischer Ebene sowie durch die aktuelle Corona-Rettungspolitik. Denn seit mehr als einem Jahrzehnt lebt Europa nun schon auf Pump, indem es sich trotz aller Schuldenpakte immer weiter verschuldet. Stellt sich nur die Frage, wer am Ende des Tages diese Lasten aus platzenden Bürgschaften und nicht zurückgezahlten Kreditforderungen tragen soll, wenn wir nicht einmal mit den eigenen Problemen hier in Deutschland zurechtkommen.

Doch es scheint so, als orientieren sich unsere Politik lieber an den Belangen zwischen den einzelnen Wahlterminen, denn die Kinderlosigkeit der Deutschen war mehr oder weniger bereits durch den Geburtenknick in den 1970er Jahren absehbar. So wurden in der Vergangenheit zwar immer mal wieder Anläufe unternommen, um die Finanzierung des Rentensystems langfristig sicherzustellen, doch im Nachfolgenden werden wir schnell feststellen müssen, dass das alles nichts Halbes und Ganzes ist.

Zum einen wurde die sogenannte Nettolohnanpassung eingeführt, was bedeutet, dass die Renten nicht mehr an die Bruttolohnentwicklung, sondern eben an die Nettolohnentwicklung angepasst werden. Doch letztere verläuft viel langsamer. Zum einen, weil die Steuern durch die heimliche Progression der Einkommenssteuern einen immer höheren Prozentsatz der Einkommen wegnehmen und zum anderen, weil die Rentenbeiträge und Sozialabgaben überproportional steigen.

Rentenlücke Claus Roppel

Insofern schiebt man einen wachsenden Keil zwischen Brutto- und Nettolohn. Hinzu kommt die abermalige Erhöhung des Bundeszuschusses zu den Renten, welche ebenfalls mehr einem Versteckspiel gleicht. Zwar werden dadurch auf den ersten Blick die Sozialabgaben niedrig gehalten, doch sind wir mal ehrlich; am Ende ist es der arbeitenden Bevölkerung doch egal, ob der Staat uns nun das Geld in Form von höheren Beiträgen oder Steuern abverlangt.

Im Endeffekt ist das Geld ja so oder so weg. Was sich die Politik ebenfalls noch hat ausfallen lassen, betrifft das Rentenalter, welches nun sukzessive jedes Jahr um einen Monat hochgesetzt wird. Hinzu kommt eine weitere schlechte Nachricht für insgesamt 25 Millionen derzeitige Senioren in Deutschland. Denn die Corona-Krise trifft auch sie nun finanziell, und zwar geht die Deutsche Rentenversicherung aktuell davon aus, dass es für die Westrentner 2021 eine Nullrunde geben wird. Heißt: Keine Rentenerhöhung.

Im Gegensatz dazu werden aber die Ost-Renten im kommenden Jahr um 0,7 Prozent steigen, weil dies im Zuge der mittelfristigen Ost-West-Angleichung vereinbart ist. Eigentlich müssten die Renten im kommenden Jahr im Westen sogar um vier Prozent sinken, wie die Deutsche Rentenversicherung erklärte; dennoch verhindert die Senkung eine, in der Finanzkrise, eingeführte Schutzklausel. Ursache für die jetzige Situation sind die Lohn- und Beitragsentwicklungen in diesem Jahr, die ausschlaggebender Faktor für kommende Rentenerhöhungen sind.

Und da der durch die Pandemie verursachte Schock auf dem Arbeitsmarkt die Einnahmen aus Beiträgen insbesondere im Frühjahr hat stark sinken lassen, folgt nun dieser notwendige Schritt. Damit endet für Senioren eine lange Phase von mehreren Erhöhungen. Im Juli 2020 waren die Renten beispielsweise noch um 3,45 Prozent im Westen und um 4,2 Prozent im Osten gestiegen.

Und das war deutlich mehr als die Inflation, sodass auch die Kaufkraft deutlich gestiegen ist. All diese Entwicklungen zeigen sowohl für aktuelle Rentner als auch für die nachfolgenden Generationen, dass die offenkundige Gefahr der Altersarmut keinesfalls wegzudiskutieren ist. Daher sollte man frühzeitig selbst vorsorgen, indem man Realkapital durch einen diversifizierten Vermögensaufbau bildet, von dem man dann im Alter finanziell zehren kann.

Bei Fragen zur privaten Altersvorsorge können wir Sie natürlich mit unserer Expertise und Erfahrung unterstützen. Einfach unter www.claus-roppel.de/termin oder im unteren Formular zu einem kostenfreien Erstgespräch eintragen. Denn wir helfen mit unserer Wohsltands-Akademie seit Jahren Privatanlegern, Unternehmern und Selbstständigen dabei, nachhaltig Vermögen aufzubauen und zu schützen.