3 fatale Gründe, warum Sie keine klassische Lebensversicherung abschließen sollten

Des Deutschen liebstes Kind bei der Altersvorsorge – die klassische Lebensversicherung – verkommt mehr und mehr zum Auslaufmodell. Denn egal ob Rente oder Einmalleistung – bei den Prognosen zu den Auszahlungen von Lebensversicherungen gibt es in den vergangenen Jahren nur noch eine Richtung – und zwar nach unten. Daher wollen wir uns in diesem Artikel einmal die drei Gründe dafür anschauen, warum die Lebensversicherer sprichwörtlich in Lebensgefahr sind und welche drohende Gefahr für bereits bestehende Kunden einer klassischen Lebensversicherung besteht.

Fakt ist, dass sich die Zahl der Policen hierzulande auf über 80 Millionen beziffert, was im Umkehrschluss bedeutet, dass rein statistisch gesehen jeder Deutsche einen solchen Vertrag besitzt. Doch den Gesellschaften fällt es angesichts der Null- und Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank natürlich zunehmend schwerer, das Geld ihrer Kunden gewinnbringend anzulegen.

Das liegt in erster Linie daran, dass die Unternehmen grundsätzlich einen Großteil eben jener Kundengelder in festverzinslichen Wertpapieren anlegen – und da geht es ihnen schon seit Jahren wie einem Privatsparer beim Tagesgeld, nämlich dass man kaum noch etwas verdient. Und dass die letzten Monate diese Ausgangssituation nun nochmal drastisch verschärft haben, ist wohl selbsterklärend. Denn schon vor Corona waren die klassischen Lebensversicherer wegen der bereits angesprochenen niedrigen Zinsen in Bedrängnis und hofften insgeheim auf eine Trendwende in der Zinspolitik.

Doch die langfristige Konsequenz ist dramatisch: So prophezeite der Exekutivdirekter der Finanzaufsicht BaFin, Frank Grund, in einem Interview mit der „Börsen-Zeitung“, dass sich die Zahl der Lebensversicherer, die unter „intensivierter Aufsicht“ stehen, auch wegen der Corona-Krise weiter steigen werden. Schon vor Ausbruch der Pandemie war übrigens jede vierte der 85 Lebensversicherer hierzulande bei der BaFin unter Sonderbewachung wegen akuter Finanzsorgen. 

Kein Wunder also, dass immer mehr wegen ihrer klassischen Lebensversicherung verunsichert sind. Doch wollen wir uns die Auswirkungen für bestehende Verträge mal etwas genauer anschauen – denn grundsätzlich sind drei Szenarien denkbar. Erstens – der Lebensversicherer übersteht die Krise, muss aber aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsen die sogenannten Überschussbeteiligungen immer weiter kürzen.

Überschussbeteiligungen Lebensversicherung

LV: Durchschnittliche Überschussbeteiligung (Quelle: fondsprofessionell.de)

Zum Verständnis: Überschussbeteiligungen sind vereinfacht ausgedrückt vereinbarte Beteiligungen des Kunden an Überschüssen aus dem Versicherungsgeschäft des Versicherers, die noch aus der hochverzinslichen Zeit stammen, wo es beispielsweise für Staatsanleihen noch 8 oder 9 Prozent Zinsen gab. Doch je länger der Vertrag noch läuft, desto mehr macht sich dieser Abwärtstrend natürlich auch für den Kunden negativ bemerkbar. Nur knapp ein Drittel der Anbieter hält dieses Jahr die Überschussbeteiligung auf eben klassische Policen mit einem Garantiezins konstant; dementsprechend bieten immer mehr Versicherer solche Verträge im Neugeschäft erst gar nicht mehr an.

Was ich in diesem Zusammenhang aber auch immer häufiger beobachte, ist die Vorgehensweise, dass viele Lebensversicherer aufgrund der bereits genannten Probleme die Verträge samt ihrer Kunden einfach verkauft. So hat zum Beispiel die Generali Leben im Jahr 2018 rund vier Millionen Verträge an einen Finanzinvestor verkauft – das Ganze nennt sich übrigens „Rund-Off“ und ist ein sehr populäres Mittel für die Konzerne, da ihr Image dadurch nicht wirklich in Mitleidenschaft gezogen wird, wenn sich Jahre später die Kunden über niedrige Auszahlungen beklagen sollten.

Wichtig zu wissen ist jedoch, dass der jeweilige Vertragskäufer auch den Vertrag mit allen Rechten und Pflichten übernimmt. Wenn also die Voraussetzungen für einen Widerruf vorliegen, mit denen der Kunde sein gesamtes Geld zurückerhalten kann, gilt das Widerrufsrecht auch gegenüber dem neuen Vertragspartner. Sollte es aber für den Lebensversicherer zu ernsthaften Schwierigkeiten kommen, kann es im zweiten Szenario dann für den Kunden – also schlimmstenfalls für Sie – richtig ans Eingemachte gehen.

Denn nur die wenigsten wissen, dass der Gesetzgeber einem Lebensversicherer das Recht eingeräumt hat, die Beiträge zu erhöhen, wenn die eigene Kalkulation nicht mehr aufgeht – so steht es zum Nachlesen übrigens auch im Paragraph 163 des Versicherungsvertragsgesetzes. Und auch die BaFin hat bereits in der Vergangenheit entsprechende Eingriffsrecht bei einem angeschlagenen Lebensversicherer verabschiedet, die in letzter Konsequenz vor allem den Kunden richtig weh tun können.

Demnach können zur Vermeidung einer Insolvenz des Lebensversicherers sämtliche Zahlungen erst mal verboten werden. Das hätte zur Folge, dass dann möglicherweise die laufende Rente ebenso vorübergehend gesperrt ist wie der Betrag, der nach einer Kündigung hätte zurückgezahlt werden sollen. Das wiederrum kann man im Paragraph 314 des Versicherungsvertragsgesetzes nachlesen. Übrigens kann dem Aufsichtsbehörde dem „Vermögensstand entsprechend“ auch die Versicherungsleistungen herabsetzen, um eine entsprechende Insolvenz zu vermeiden.

Doch wenn auch das alles nicht hilft, kommt Szenario drei und die sogenannte Protektor Lebensversicherungs-AG ins Spiel. Das ist vereinfacht ausgedrückt die Auffanggesellschaft der Branche für gescheiterte Lebensversicherungen. Sie musste aber bislang nur ein einziges Mal tätig werden – und zwar im Jahr 2003, als rund 350.000 Lebensversicherungsverträge der Mannheimer Leben übernommen wurden.

Der Kunde muss bei diesem Prozess aber weiterzahlen – sicher ist aber nur das, was er bis zu diesem Zeitpunkt auch garantiert bekommen hat. Und selbst das nicht unbedingt, denn sollten die finanziellen Mittel der Sicherungseinrichtung nicht ausreichen, um eine Sanierung des Bestands sicherzustellen, kann auch hier die BaFin die Verpflichtungen aus den Verträgen um bis zu fünf Prozent der vertraglich garantierten Leistungen herabsetzen.

Wer also angesichts dieser Gründe beziehungsweise Szenarien jetzt über einen vorzeitigen Ausstieg aus seiner klassischen Lebensversicherung nachdenkt, der hat verschiedene Optionen: Zum einen natürlich die Kündigung; aber auch die Beitragsfreistellung oder auch der Widerruf wären denkbar. Was am Ende des Tages aber wirklich sinnvoll ist, lässt sich nur im Einzelfall prüfen. Wenn Sie dabei Unterstützung benötigen, dann tragen Sie sich einfach unter www.claus-roppel.de/termin oder im unteren Formular zu einem kostenfreien Erstgespräch ein. Denn wir helfen mit unserer Wohlstands-Akademie seit Jahren Privatanlegern, Unternehmern und Selbstständigen dabei, nachhaltig Vermögen aufzubauen und zu schützen.

Deutschland abgeschlagen: Der trügerische Boom unseres Wohlstands

Zwar offenbarte der Global Wealth Report 2020, dass das Geldvermögen während der Pandemie zulegte und auch bei einigen deutschen Sparern und Anlegern ein Umdenken stattgefunden hat, doch angesichts der Null- und Negativzinsen steht der Wohlstand auf einem wackligen Fundament. Daher wollen wir uns in diesem Artikel einmal damit beschäftigen, warum die Ungleichheit weiterhin zunehmen wird, wie es diesbezüglich um Deutschland im internationalen Vergleich bestellt ist und weshalb es wenig bringen wird, die Reichsten mittels weiterer Steuern zu schröpfen.

Nun, was wir in der aktuellen Corona-Krise beobachten können, ist die Tatsache, dass sich die Entwicklung der finanziellen Vermögenswerte zumindest kurzfristig von menschlicher Werktätigkeit abkoppeln können. Denn grundsätzlich ist ja unser Verständnis von der Schaffung von Wohlstand immer auf die Verrichtung von Arbeit durch Menschen oder Maschinen zurückzuführen.

Doch wenn man weltweit wegen der Pandemie bis heute in vielen Fällen nicht wie gewohnt eben jener Arbeit nachgehen kann, sollte man ja meinen, dass das einen starken Einfluss auf das globale Vermögen haben müsste. Zudem war mit dem rasanten Börseneinbruch im ersten Quartal dieses Jahres ein weiterer wichtiger Treiber für den Wohlstand zum Erliegen gekommen. Was wir aber nun mit ein paar Monaten Abstand sehen, ist, dass sich die Kurse und damit natürlich auch das private Vermögen erstaunlich schnell wieder erholt haben.

Aktuell beläuft sich das in Aktien, Fonds, Anleihen oder anderweitig investierte Geld auf einen Gesamtwert von rund 195 Billionen Euro, was gleichbedeutend eine Steigerung von 1,5 Prozent im Vergleich zum Ende des vergangenen Jahres bedeutet. Und das obwohl die Weltwirtschaft durch die Ausbreitung des Virus und den damit verbundenen Folgen in den heftigsten Abschwung seit 100 Jahren gestürzt wurde.

Und ein Aspekt, der bei diesen Zahlen keinesfalls in Vergessenheit geraten darf, ist die Geldpolitik, die mehr oder weniger die dargestellte Vermögenssituation im Zuge der Corona-Krise immunisiert. Denn die seit Jahren anhaltende Null- und Negativzins-Problematik lässt einem in dem Glauben, dass Schuldenmachen den Staaten nichts mehr kostet. So wurden mithilfe der Regierungen zig Milliarden Euro an Rettungsprogrammen auferlegt, was nichts anderes als ein Wirtschaften auf Pump darstellt.

Dass aber eben jener Vermögenszuwachs nicht auf der produktiven Kraft von Arbeit basiert, sondern auf dem Prinzip Hoffnung, kann langfristig die Vermögensbildung untergraben. Eben jene Befürchtung kann man auch aus dem Global Wealth Report 2020 ablesen, den die Allianz vor kurzem veröffentlichte – und zwar anhand der Höhe der Bankeinlagen. Diese sind nämlich mit einem Anstieg um rund 7 Prozent durchaus der Haupttreiber der Wohlstandsentwicklung in diesem Jahr.

Zurückzuführen ist das zum einen auf die entsprechenden öffentlichen Unterstützungsprogramme und die vorsorgliche Ersparnisbildung der privaten Haushalte. Im internationalen Vergleich gehören wir aber nach wie vor zu den Industrieländern mit schwacher Finanzbildung. So lag das Nettogeldvermögen nach Abzug der Verbindlichkeiten pro Kopf Ende 2019 bei gerade einmal rund 57.100 Euro.

Damit belegt Deutschland im Ranking der 20 reichsten Länder lediglich den vorletzten Platz. Mehr als die Hälfte der Haushalte hierzulande besitzt demnach weniger als 18.000 Euro an finanziellen Reserven. Im Vergleich dazu liegt man in der Schweiz bei fast 100.000 Euro deutlich über unserem Niveau. Zwar ist bei den deutschen Sparern und Anlegern wie eingangs erwähnt eine Veränderung des Sparverhaltens zu erkennen, doch nach wie vor bleiben trotz dieser ultralockeren Geldpolitik Bankeinlagen bei Weitem die beliebtesten Vorsorgeprodukte.

Welches Thema im Zuge der Vermögensverteilung aber ebenfalls immer wieder aufkommt und die Gemüter erhitzt, ist die Forderung aus politischen Kreisen die Wohlstandssituation dahingehend zu verbessern, indem man die Reichen vor diesem Hintergrund mittels Steuern noch stärker zur Kasse bitten will. Doch letztlich würde eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes finanziell relativ wenig bewirken, sodass man vielmehr dem Einzelnen mehr Chancen auf Wohlstand geben sollte.

Daher darf das Gemeinwohl als letzte Rechtfertigung für die Enteignung der Reichen meines Erachtens nach nicht als Einfallstor dargestellt werden. Dennoch ist es natürlich völlig legitim, sich über die Verteilung des Wohlstands in unserer Gesellschaft ernsthafte Sorgen zu machen. Denn unser Vermögen ist tatsächlich weiterhin mehr als nur ungleich verteilt.

Laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung gehören 5 Prozent der Bevölkerung 55 Prozent des Gesamtvermögens und die obersten ein Prozent kommen immerhin auf rund ein Drittel. Stellt sich natürlich die Frage, ob der Staat nicht doch Umverteilungsmaßnahmen in die Wege leiten sollte. Doch die Antwort ist ernüchternd; denn er tut es bereits, und zwar in erster Linie über die Einkommensteuer.

So finanzierten die reichsten 25 Prozent zuletzt satte 77 Prozent des gesamten Aufkommens der wichtigsten Steuer in Deutschland. Insgesamt bezieht der Staat übrigens rund 300 Milliarden Euro an Einnahmen pro Jahr aus dieser Steuerquelle. Sie tun dies, weil ab etwa rund 270.000 Euro Jahreseinkommen jeder zusätzliche Euro zu 45 Prozent versteuert wird, und ab 57.000 Euro sind es 42 Prozent. Doch Fakt ist, dass eine leichte Erhöhung um ein paar Prozentpunkte fiskalisch nur wenig bringt und die Einkommens- und Vermögensverteilung weitgehend unverändert lässt.

Hinzu kommt, dass die Einkommensbelastungsquote 2020 voraussichtlich mehr als 52 Prozent beträgt, was rechnerisch bedeutet, dass jeder Durchschnittshaushalt die ersten 190 Tage für öffentliche Kassen arbeitet. Im Endeffekt mögen wir zwar in der Außendarstellung als reiches Land dastehen, doch letztendlich ist die Mehrheit unserer Bevölkerung alles andere als reich. Daher gilt es privat vorzusorgen. Und dabei unterstützen wir Sie.

Wenn Sie sich also fragen, welche Anlageform oder welche Strategie für Sie in diesem Zusammenhang am geeignetsten ist, dann melden Sie sich bei uns. Einfach unter www.claus-roppel.de/termin oder im unteren Formular zu einem kostenfreien Erstgespräch eintragen. Denn wir helfen mit unserer Wohsltands-Akademie seit Jahren Privatanlegern, Unternehmern und Selbstständigen dabei, Vermögen aufzubauen und zu schützen.