Gold verkaufen?! Notenbanken wollen Währungskollaps verhindern (Türkei)

Zum ersten Mal seit der großen Finanzkrise 2008/2009 schrumpfen die Goldreserven der Notenbanken, da einige betroffene Staaten unbedingt frisches Geld brauchen. Warum die Notenbanken aber über Jahre hinweg tonnenweise Gold einkauften, weshalb damit aber keinesfalls ein wirklicher realwirtschaftlicher Zweck erfüllt wird und was das mit der dramatischen Währungskrise in der Türkei und möglicherweise auch für den Euro bedeuten kann, darum soll es in diesem ​Artikel gehen.

Wie wir bereits ​wissen, hat die Corona-Krise bis heute drastische Auswirkungen auf den Goldhandel. So hat in den Monaten Juli bis September die Nachfrage nach Goldmünzen und Goldbarren sowie nach Wertpapieren, bei denen Gold hinterlegt wird, stark zugelegt, sodass der Goldpreis neue Rekorde verzeichnen konnte. 

Insgesamt legte er bis dato in Euro rund 19 Prozent zu, wovon natürlich nicht nur private Anleger profitieren wollen. So haben die Zentralbanken zum ersten Mal in der Dekade weltweit mehr Gold-Reserven verkauft als neu aufgebaut. In Zahlen ausgedrückt trennte man sich im abgelaufenen dritten Quartal 2020 netto von 12,1 Tonnen Gold im Wert von 625 Millionen Euro. Vorreiter in dieser Entwicklung waren dabei vor allem Usbekistan und die Türkei. 

Während ersteres Land sich für internationale Investoren und Organisationen öffnen möchte und dafür entsprechend Geld benötigt, was sich die Zentralbank über den Verkauf von Gold-Reserven beschafft, sieht das im Falle der Türkei doch etwas anders aus. Das Land am Bosporus wiederrum nutzt nämlich die Einnahmen aus dem Gold-Verkauf vor allem, um gegen den Verfall der eigenen Währung anzukämpfen.

Denn die dortige Lira gehört dieses Jahr nach dem brasilianischen Real mit einem gigantischen Verlust von knapp 30 Prozent zu den schwächsten Währungen der Welt. Deshalb hat die Zentralbank schon mehrfach ausländische Währungen ver- oder Lira gekauft und das nötige Kleingeld besorgt sich die Bank jetzt eben auch mit dem Verkauf von Gold – und davon ist erstaunlich viel gebunkert. Denn bereits vor der Corona-Krise kauften die Zinshüter des Landes massenhaft Gold ein.

Einzig Russland zeigte sich in ähnlicher Weise interessiert an Gold. Demzufolge saß die türkische Notenbank Ende 2016 noch auf Gold-Reserven von etwa 116 Tonnen, während sich bis Ende 2019 dieser Bestand bereits auf mehr als 412 Tonnen verdreifachte. Und inzwischen sollen es aktuellen Zahlen zufolge nach sogar 686 Tonnen sein. Dabei liegt die Türkei weltweit auf Platz neun bei den Gold-Reserven. Und trotz alledem hat sich die türkische Lira wie bereits angesprochen in diesem Jahr alles andere als gut geschlagen, sodass die bisher gefahrene Gold-Strategie der türkischen Notenbank ihr eigentliches Ziel komplett verfehlt hat. 

Denn was wir Anfang ​November beobachten konnten, war wirklich besorgniserregend, infolge die türkische Währung zum Dollar erstmals die Marke von acht Lira durchbrochen hat. Damit verlor man an einem Tag über ein Prozent zur US-Währung. Zwar wird hierfür auch die verpasste Zinssetzung der Notenbank und die Sorge vor US-Sanktionen aufgrund des Konflikts um das russische Raketenabwehrsystem ins Spiel gebracht; doch am Ende des Tages sind solche Entwicklungen nicht im Sinne der Notenbanken.

Zwar kann eine billigere Währung für die Wirtschaft gewisse Vorteile mit sich bringen, doch andererseits das Land ebenfalls vor gewaltige Probleme stellen. Denn durch die schwache Lira leitet die Türkei in erster Linie unter einer sogenannten „importierten Inflation“, und gleichzeitig verabschieden sich reihenweise die ausländischen Kapitalgeber und den Konzernen des Landes fällt es noch schwerer, die massiven ausländischen Schulden in Fremdwährungen zu bedienen.

Helfen würden dafür natürlich höhere Zinsen, die aber wie erwähnt ausgeblieben sind, da sie für den dortigen Präsidenten ein absolutes Tabu sind. Und genau das wissen auch die Zinshüter, weshalb sie womöglich auf die massiven Goldkäufe gesetzt haben. Zwar gilt Gold seit Jahrtausenden als weltweites Wertaufbewahrungsmittel, doch es nutzt im Besitz von Zentralbanken nicht als Reserve gegen Währungskrisen

Zwar eignet sich das Edelmetall als privates Anlageobjekt; erfüllt aber gleichzeitig keinen wirklichen realwirtschaftlichen Zweck. Deshalb kann eine Notenbank mit ihren Reserven allenfalls das Abwertungstempo einer Währung vermindern oder kurzfristige Übertreibungen korrigieren. Doch nachhaltig ist diese Methode definitiv nicht. Der eine oder andere mag sich vielleicht an dieser Stelle des Videos jetzt fragen, welche Möglichkeiten Notenbanken denn in einem solchen Falle überhaupt haben.

Nun, ob es sich um entsprechende Gold- oder auch mögliche Devisenreserven handelt; wenn sich der Markt gegen eine Währung stellt, kann wohl selbst die vermögendste Notenbank oft nichts dagegen unternehmen, was wir auch im Zuge der Yuan-Abwertung im Jahr 2015 in China beobachten konnten. Damals hat Chinas Notenbank vergeblich über eine halbe Billionen Dollar an Fremdwährungsreserven regelrecht verpulvert. Und diese Beispiele zeigen einfach, dass unser Geldsystem auch nicht in jedem Fall kontrollierbar ist und man sich möglichst mit seinem Vermögen aus den reinen Geldwerten entziehen sollte. Denn es gibt nach wie vor hervorragende Möglichkeiten sein Geld in Sachwerten zu schützen und ebenfalls noch weiter aufzubauen. ​

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Schuldenblase 2020?! Bedroht die Geldflut unsere Wirtschaftsordnung?

Es scheint so, als würden die führenden und handelnden Personen alle Warnungen ignorieren und stattdessen weiterhin Billionen in die Märkte pumpen, um die Wirtschaft am Leben zu erhalten. Das damit aber langfristig genau das Gegenteil eintreten könnte, bleibt vordergründig zumindest unberücksichtigt. Doch genau um diese Hintergründe und dessen Auswirkungen soll es in diesem ​Artikel gehen.

Nun, dass unser derzeitiger Finanzminister Olaf Scholz in der Vergangenheit eigentlich als Sparfuchs und als Freund der Schuldenbremse bekannt war, daran wird sich wohl irgendwann keiner mehr so recht zurückerinnern können. Vielmehr wurde sich auf die sogenannte Notstandsklausel berufen, die ausnahmsweise die Aufnahme neuer Kredite erlaubt, um am Ende des Tages einen beispiellosen Konjunkturabsturz abzufedern.

So nimmt die Regierung nach dem Schuldenrekord in diesem Jahr mit insgesamt 218,5 Milliarden Euro im kommenden Jahr weitere Darlehen in Höhe von 96,2 Milliarden Euro auf. Bei diesen gigantischen Summen kommen natürlich berechtige Zweifel auf, ob diese Schulden künftig überhaupt noch abbezahlt werden können und stattdessen weiter laufend umgeschuldet werden müssten.

Allen voran die Europäische Zentralbank spielt mit ihrer Geldpolitik den Staaten bei diesem Vorhaben in die Karten. Denn die vormals unabhängigen Notenbanken ähneln zurzeit mehr oder weniger Durchführungsagenturen politischer Gelddruckwünsche. Dadurch ist es mehr als offensichtlich, dass unser Papiergeldsystem mit seiner schier grenzenlosen Möglichkeit, Geld und Kredite aus dem Nichts zu schöpfen, der Welt eine Wirtschaftsordnung beschert hat, die auf der Basis des kontrollierten Bankrotts basiert.

Und das sowohl in den USA, Deutschland, Italien oder auch Japan. In den nächsten Jahren könnte sich diese Zentralbankpolitik aus steigenden Schulden und sinkenden Zinsen auch noch weiter fortführen, was wir am Beispiel Japan seit Jahren eindrucksvoll beobachten können. Denn dort senkte die Zentralbank nach dem Platzen der Immobilienblase Anfang der 90er-Jahre schrittweise die Zinsen, infolgedessen im Jahr 1999 der dortige Leitzins erstmals auf null Prozent fiel.

Zwei Jahre später setzte man den Kauf von Staatsanleihen ein, was dazu geführt hat, dass sich mittlerweile rund 45 Prozent der Papiere in ihrem Besitz befinden. Und in keinem anderen Land ist der Staat so hoch verschuldet wie in Japan. In den USA finanziert die Regierung ebenfalls bereits die Hälfte ihrer Ausgaben auf Pump. Demzufolge wird auch die EZB weiterhin Staatsanleihen in großem Stil einkaufen und die Finanzierungskosten für überschuldete Staaten drücken.

Dadurch sind die Notenbanken eigentlich hoch politisierte Institutionen, deren vordergründiges Ziel seit der Finanzkrise darin besteht, staatliche und private Schuldner vor dem Bankrott zu bewahren und seit der Corona-Krise noch zusätzlich die Investitionswünsche der Regierungen zu finanzieren. Doch je mehr sich die Notenbanken in den der allgemeinen Politik vorbehaltenen Prozess einmischen, desto mehr stellen sie meiner Meinung nach ihre für die Erhaltung der Preisstabilität entscheidende Unabhängigkeit infrage.

So oder so haben die Regierungen quasi einen Freifahrtschein fürs Schuldenmachen. Langfristig ist es angesichts der Geldschwemme, der Null- und Niedrigzinspolitik und der angesprochenen Schuldenlast daher nicht unwahrscheinlich, dass der Staat immer weiter in die freie Marktwirtschaft eingreift und dadurch das Tor zur Staatswirtschaft immer weiter aufstößt.

Denn anders als nach der Finanzkrise, als das frisch gedruckte Geld der Zentralbanken im Bankensektor stecken blieb, weil Unternehmen und private Haushalte seinerzeit kaum Kredite nachfragten, fließt dieses Mal das frische Geld direkt auf die Konten von Unternehmen und Bürgern in Form der staatlichen Zuschüsse.

Kein Wunder also, dass die Geldmenge M1, die Bargeld und Sichteinlagen umfasst, in der Eurozone zuletzt um mehr als 13 Prozent gestiegen ist. Wenn aber diese Geldmenge steigt, die Güterproduktion aber gleichzeitig abnimmt, steigen eigentlich grundsätzlich die Preise. Die alles entscheidende Frage in diesem Zusammenhang ist nur wann genau das der Fall sein wird.

Fakt ist, dass die Geldflut bis jetzt vor allem die Vermögenspreise wie Aktien oder Immobilien getrieben haben, aber von steigenden Güterpreisen flächendeckend noch nicht viel zu sehen ist. So lagen die Verbraucherpreise in der Eurozone im vergangenen Monat sogar 0,3 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Auch in den USA hält sich die Inflation mit plus 1,3 Prozent bisher in Grenzen.

Die Bürger halten aber auch hierzulande aufgrund schrumpfender Einkommen und Kurzarbeit ihr Geld eher zusammen und auch die Unternehmen verzögern größere Investitionen. Doch nicht wenige Ökonomen gehen davon aus, dass wenn die Notenbanken die Staatshaushalte weiterhin so großzügig finanzieren werden, ein deutlicher Anstieg der Inflation zu befürchten ist. Das würde natürlich für unser bestehendes Wirtschaftssystem extrem bedrohlich werden.

Denn entweder die Notenbanken bekämpfen die Inflation, indem sie kräftig auf die geldpolitische Bremse treten, wodurch die Zinsen in die Höhe schnellen und die Aktienmärkte abstürzen würden. Infolgedessen wären aber auch Staaten und Unternehmen von der Insolvenz bedroht. Zum anderen könnte man der Inflation freien Lauf lassen, was zur Enteignung vieler Sparer führen würde.

Hiervor gilt es sich unbedingt rechtzeitig mit seinem Vermögen und Ersparten zu schützen. Dabei können wir Sie natürlich mit unserer Expertise und Erfahrung unterstützen. Einfach unter www.claus-roppel.de/termin oder im unteren Formular zu einem kostenfreien Erstgespräch eintragen. Denn wir helfen mit unserer Wohsltands-Akademie seit Jahren Privatanlegern, Unternehmern und Selbstständigen dabei, Vermögen aufzubauen und zu schützen.