​Geld anlegen in der Schweiz: Ist der Schweizer Franken ein sicheres Investment?

Die Corona-Krise zeigt Sparern und Anlegern, dass die astronomische (Neu-)Verschuldung der EU-Staaten und das damit verbundene Währungsrisiko eine erhebliche Herausforderung für das eigene Vermögen darstellt. Daher wollen wir uns in diesem Artikel einmal mit der Frage beschäftigen, was möglicherweise dafür oder auch dagegenspricht, Teile seines liquiden Bankguthabens in der Schweiz anzulegen.

Die Schweiz ist ein kleines Land mit etwas mehr als 8,5 Millionen Einwohnern und ist für viele auch als neutrale Wohlstandsinsel bekannt. Der demokratische Staat im Herzen Europas gehört zwar nicht zur Europäischen Union (EU), dennoch ist er aber durch verschiedene Abkommen teils eng an sie gebunden. An dieser Stelle sollte auch nicht unerwähnt bleiben, dass jeder Staat grundsätzlich ein sogenanntes Währungsmonopol besitzt, im Zuge dessen dieser eben durch das hoheitliche Recht für sein Staatsgebiet ein gesetzliches Zahlungsmittel ausgeben kann.

Hiervon ausgenommen sind jedoch die Mitgliedsstatten der Europäischen Währungsunion, die sich auf den Euro als gemeinsame Währung verständigt haben. Da die Schweiz diesem Konstrukt aber nicht angehört und das offizielle Zahlungsmittel bekanntlich der Schweizer Franken ist, stellt diese Fremdwährung für Sparer und Anleger durchaus eine Alternative dar. Wie die untere Grafik zeigt, ist der Schweizer Franken schon seit Jahrzehnten als stabile Währung bekannt.

Schweizer Franken Krisenwährung

Insbesondere das Schweizer Bankgeheimnis machte die Schweiz für lange Zeit zum Finanzparadies und war all jenen Sparern bekannt, die ihr Geld im Rahmen dieser ökonomischen Privatsphäre zu guten Zinsen anlegen wollten. Und auch deutsche Bürger entschieden sich dazu, ihr Vermögen in unser Nachbarland zu verlegen – sei es wegen besserer Verzinsung, der hohen Sicherheit oder Währungsspekulationen.

Doch auch wenn das alte Finanzparadies nach wie vor ein beliebter Zufluchtsort ist, hat es einige Schrammen erlitten: Denn nach der Entlarvung zahlreicher Steuersünder hat die Schweiz ihre Vorschriften verschärft. Allen voran die Lockerung des berühmten Schweizer Bankgeheimnisses sowie das Doppelbesteuerungsabkommen wären in diesem Zusammenhang zu nennen. Nach wie vor gehört die Schweiz aber dennoch zu den Ländern in Europa mit der höchsten Bonität.

Diese generell stabile Wirtschaftslage ist auch im Länderrating der renommierten Ratingagentur Standard & Poor´s repräsentiert. Demnach verfügt das Land über zuverlässige und stabile Schuldner und höchster Qualität. Schaut man sich aber die Entwicklungen des Schweizer Franken und dessen Wechselkurs zum Euro an, dann wird deutlich, dass sich die schweizerische Währung dem Euro seit 2005 kontinuierlich annähert.

Entwicklung Schweizer Franken Euro - Geld anlegen in der Schweiz

Dabei ist vor allem die Zeit von 2012 bis 2015 eine Besonderheit, als die Schweizer Nationalbank (SNB) die Währung bei einem Stand von 1,21 an den Euro koppelte. Und als im Jahr 2015 dann dieser feste Wechselkurs aufgehoben wurde, wertete der Schweizer Franken innerhalb kürzester Zeit deutlich ab. Schaut man sich dann wiederrum den Wechselkurs von 2015 bis 2020 genauer an, wird klar, dass die Währung im Vergleich zum Euro nur noch in einem sehr schmalen Korridor schwankt.

Diese niedrige Volatilität macht den Schweizer Franken zu einer beliebten Währung in Krisenzeiten. Kein Wunder also, dass es auch während der Corona-Krise zu erhöhten Geldflüssen in die Schweiz kam. Allerdings sollte auch nicht unerwähnt bleiben, dass die Schweizerische Notenbank immer noch ihre Finger im Spiel hat, um die heimische Währung mittels Devisenkäufen zu stabilisieren und nicht zu stark aufwerten zu lassen.

Denn als während der Finanzkrise 2008 ebenfalls sehr viel Geld in die Schweiz floss und infolgedessen der Schweizer Franken massiv aufgewertet wurde, mussten die dortigen Währungshüter gigantische 450 Milliarden Franken in den Euro investieren. Dadurch hat in den vergangenen Jahren auch die dortige Notenbank ihre Bilanzsumme stark aufgebläht und an den Märkten interveniert, um die entsprechende Aufwertung des Franken zu dämpfen. Der Leitzins beträgt infolge dieser Geschehnisse weiterhin minus 0,75 Prozent (Stand: Dezember 2020).

Übrigens: Wer sich dennoch zu einer Geldanlage in der Schweiz entscheidet, hat durch die nationale Einlagensicherung Esisuisse auch im Konkursfall einer Bank Schutz von Einlagen bis zum maximalen Betrag von 100.000 CHF. Abschließend sei noch gesagt, dass der Schweizer Franken auch im Fürstentum Liechtenstein als Zahlungsmittel verwendet wird. Zudem besitzt der Schweizer Franken mit der 1000-Franken Banknote die teuerste Banknote der Welt.

Ob es sich auch in Ihrem konkreten Fall lohnt, Teile Ihres Bankguthabens in der Schweiz zu parken, lässt sich in einem kostenfreien Erstgespräch mit meinem Experten-Team und mir feststellen. ​Einfach unter www.claus-roppel.de/termin oder im unteren Formular zu einem kostenfreien Erstgespräch eintragen. Denn wir helfen mit unserer Wohsltands-Akademie seit Jahren Privatanlegern, Unternehmern und Selbstständigen dabei, nachhaltig Vermögen aufzubauen und zu schützen.

Lockdown verschärft Bankenkrise: Kreditausfälle & Firmenpleiten drohen

Fakt ist, dass der unter der Woche verabschiedete zweite Lockdown „Light“ für viele Branchen das endgültige Aus bedeuteten wird. Und mit jedem weiteren Tag, an dem Unternehmen in der Corona-Krise leiden, vergrößert sich zwangsläufig natürlich auch die Gefahr, dass auch Banken hierzulande dramatisch in Mitleidenschaft gezogen werden.

In diesem Zusammenhang ist es erst einmal wichtig, dass wir uns vorab mit den neusten Entwicklungen und Studien rund um die viel diskutierten Zombieunternehmen beschäftigen. An dieser Stelle sei vielleicht noch gesagt, dass wir hier von Firmen sprechen, deren Gewinn zwei Jahre in Folge zu gering ist, um die Zinskosten auf das Fremdkapital zu finanzieren.

Und der Anteil solcher Unternehmen hat sich weltweit von vier Prozent in den 1980er Jahren auf weit mehr als 15 Prozent zurzeit entwickelt. In Deutschland rechnet man nächstes Jahr sogar mit mehr als eine Millionen solcher Unternehmen. Warum vor allem nächstes Jahr so viele Zombie-Firmen pleitegehen werden, liegt in erster Linie an der Aussetzung der Insolvenzantragspflicht hierzulande.

Heißt: Unternehmen, die seit Frühjahr coronabedingt in Zahlungsschwierigkeiten geraten sind, müssen diese erst seit dem 1. Oktober melden und im Fall von coronabedingter Überschuldung ist diese Antragspflicht sogar noch länger ausgesetzt. Dass sich im Falle einer sich dadurch anbahnenden Pleitewelle von Unternehmen auch schwerwiegende Folgen für die Geldhäuser ergeben, ist auch einleuchtend. Das zeigt sich vor allem an einer Zahl in ihren Bilanzen, und zwar der Risikovorsorge.

Diese gibt nämlich an, wieviel Geld die Banken zurücklegen, weil sie eben damit rechnen, dass Kredite durch die Zahlungsunfähigkeit der genannten Zombiefirmen ausfallen, die sie halt an Firmen aber natürlich auch an Privatkunden vergeben haben. Und je höher die Risikovorsorge, desto schmaler ist am Ende des Tages auch der Gewinn und desto weniger Geld bleibt entsprechend über, um neue Kredite auszugeben.

In diesem Zusammenhang hat übrigens die Deutsche Bank in der zurückliegenden Woche als erste der großen Geschäftsbanken die Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt. Und was diese Zahlen zeigen, trägt definitiv nicht zur Beruhigung der vielen tausenden Kunden bei. Zwar ist die Risikovorsorge im Vergleich zum zweiten Quartal gesunken; dennoch liegt sie mit gigantischen 273 Millionen Euro rund 56 Prozent über dem Vorjahresmonat.

Und der erneute Lockdown wird natürlich zwangsläufig diese Zahl wieder nach oben treiben dürfen. Je länger also die Einschränkungen des Wirtschaftslebens anhalten, desto größer wird das Risiko, dass Kredite in nennenswertem Umfang ausfallen. Kein Wunder also, dass das Spitzeninstitut der genossenschaftlich organisierten Volks- und Raiffeisenbanken, die DZ-Bank, ihre Risikovorsorge im ersten Halbjahr mehr als verfünffachen musste.

Das Besorgniserregende an dieser Krise ist vor allem, dass im Gegensatz zur Finanzkrise vor mehr als zehn Jahren Corona die Realwirtschaft direkt trifft und erst in zweiter Linie die Banken, was aber nicht heißen soll, dass die Banken dadurch weniger in Mitleidenschaft gezogen werden. Denn vor allem die kleinen und mittelständischen Betriebe, die keine Milliardenschweren Rettungspakete von der Regierung erhalten haben, sind eben oftmals Kunden bei Sparkassen und Volksbanken.

Und diese Notsituation ihrer Kunden kann schnell zu eigenen Problemen in der Bilanz führen. Denn es ist nun mal Fakt, dass sich die angesprochenen Zombie-Firmen vor allem unter kleinen und mittleren Unternehmen tummeln. Und in diesem Unternehmenssegment entfallen auf Zombies 30 bis 40 Prozent des gesamten Vermögens, Eigenkapitals und der Außenstände. Daher wird der Lockdown „Light“ trotz der politischen Versprechungen entsprechende Umsatzausfälle einzulösen, diese Entwicklungen weiterhin extrem verschärfen.

Dass man seitens der Politik mit den genannten Gesetzesentwürfen und Überlegungen aber weiter versucht, die große Pleitewelle auf den Domino Day in die Zukunft zu schieben, hat aber auch Gründe des Eigeninteresses. Denn sicher dürfte sein, dass die Politik vor der nächsten Bundestagswahl nicht Hunderttausende Pleiten anstoßen und dabei womöglich eine Kettenreaktion in der Wirtschaft auslösen will. Fakt ist, dass der Tag X kommen wird und dann alldiejenigen, die größere Beträge auf Bankkonten haben, in der Enteignungsfalle landen.

Denn, so haben wir es auch in der zweiten Folge unseres Podcasts: „Die Geldrevolution – Finanzielle Selbstverteidigung für Ihr Geld“ ausführlich erklärt, das Geld auf Ihrem Bankkonto gehört nun mal nicht Ihnen. Warum das so wichtig zu verstehen ist, möchte ich Ihnen abschließend am Beispiel Zypern im Zuge der Eurokrise verdeutlichen. Denn da die zyprische Volkswirtschaft eng mit dem griechischen Finanzsystem verbunden war und ein Drittel der Vermögenswerte im zyprischen Bankensystem mit Griechenland zusammenhingen, drohte auch dort der Staatsbankrott.

Als dann die Milliardenschweren Rettungspakete folgten, wurden auch die Einwohner in die Pflicht genommen. So mussten Anleger mit Einlagen von bis zu 100.000 Euro eine einmalige Abgabe von 6,75 Prozent zahlen und Investoren mit mehr als 100.000 Euro sogar 9,9 Prozent. Bei 150.000 Euro Bankguthaben waren das mal eben knapp 15.000 Euro. Davor gilt es sich rechtzeitig mit individuell zutreffenden Sachwerten vor zu schützen.

Wenn Sie dabei Unterstützung oder unseren Rat benötigen, tragen Sie sich hier unter www.claus-roppel.de/termin oder im unteren Formular zu einem kostenfreien Erstgespräch ein. Denn wir helfen mit unserer Wohsltands-Akademie seit Jahren Privatanlegern, Unternehmern und Selbstständigen dabei, Vermögen aufzubauen und zu schützen.