Dezember 15, 2020

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Private Rentenversicherung versteuern: Clever privat & steueroptimiert vorsorgen 

Dass man auch im Ruhestand nicht vor einer hohen Steuerbelastung verschont bleibt, ist hierzulande leider bittere Realität. So steigt der Rentenbesteuerungsanteil seit Jahren kontinuierlich an. Das liegt vor allem an der sogenannten nachgelagerten Besteuerung, die deutlich über das frühere Ausmaß der Rentenbesteuerung hinausreicht. Was das für Ihre gesetzliche Rente bedeutet und wie man mit einer privaten Vorsorge noch legal und clever Steuern einsparen kann, darum wird es in den folgenden Zeilen gehen.

Das Prinzip der nachgelagerten Besteuerung ist ein wichtiger Bestandteil des Alterseinkünftegesetzes, das zum 1. Januar 2005 in Kraft getreten ist. Es besagt, dass Alterseinkünfte erst dann der Einkommenssteuer unterliegen, wenn sie ausbezahlt werden. Während aber 2005 noch 50 Prozent unserer gesetzlichen Rente als steuerpflichtig galt, sind es 2021 schon satte 81 Prozent. Steuerfrei sind demnach lediglich nur noch 19 Prozent des Rentenfreibetrages.

Dieser orientiert sich am Jahr des Renteneintritts und bleibt über den gesamten Zeitraum der Rentenzahlung konstant bestehen. Sollten Sie aber der etwas jüngeren Generation angehören und möglicherweise erst ab 2040 in Rente gehen, wird der Rentenfreibetrag überhaupt nicht mehr existieren, was zur Folge hat, dass Sie zu diesem Zeitpunkt Ihre Rente bereits zu 100 Prozent versteuern müssen. In der Grafik sehen Sie diese Regelung von 2010 an nochmals zusammengefasst.

In diesem Zusammenhang stellt sich natürlich auch die Frage, wie das Ganze steuerlich betrachtet bei einer privaten Rente geregelt ist. Denn auch hier wurde im Jahr 2005 vom Gesetzgeber die entsprechende Besteuerung angepasst. Um fortan steuerliche Vorteile zu erlangen, müssen Verträge, die ab 2005 abgeschlossen wurden, eine Laufzeit von 12 Jahren vorweisen und mindestens bis zum 62. Lebensjahr (für Verträge vor 2012: bis zum 60. Lebensjahr) laufen.

Da man aber auch bei den meisten privaten Rentenversicherungen als Kunde zwischen einer einmaligen Kapitalauszahlung oder einer monatlichen Rente wählen kann, gibt es im Zuge dessen auch unterschiedliche Gestaltungsspielräume bei der Steuerersparnis. So fällt bei der Kapitalauszahlung meistens nur die Hälfte der Kapitalerträge einer Steuer an. Nach diesem sogenannten Halbeinkünfteverfahren ist zumindest 50 Prozent des Ertragsanteils bei Vertragsablauf oder auch Kündigung steuerfrei.

Wohlbemerkt unter der Voraussetzung, dass Sie zum Auszahlungszeitpunkt mindestens 62 Jahre alt sind (bei Verträgen vor 2012 das 60. Lebensjahr) und Ihr Vertrag seit mindestens 12 Jahren besteht. Bei dem genannten Verfahren wird der zu versteuernde Betrag übrigens dann nach dem persönlichen Einkommenssteuersatz ermittelt. Machen wir das mal an einem kleinen Beispiel deutlich.

Sollte der Versicherte in der entsprechenden Auszahlungsphase beispielsweise 100.000 Euro erhalten, aber nur 70.000 Euro eingezahlt haben, beträgt der Ertrag (Gewinn) demnach 30.000 Euro. Nach dem Halbeinkünfteverfahren muss nun die Hälfte des Ertrags - also 15.000 Euro - besteuert werden. Beträgt der persönliche Steuersatz des Versicherten beispielsweise 32 Prozent, werden demnach die 15.000 Euro mit 4.800 Euro versteuert.


Bei lebenslangen Rentenzahlungen kommt man als Verbraucher seither aber besser weg. Denn wer eine solche lebenslange Rente aus einem privaten Vorsorgevertrag erhält, muss diese nur mit dem sogenannten Ertragsanteil versteuern. Dieser Ertragsanteil ist ein fest definierter Prozentsatz, der im Gesetz je nach Renteneintrittsalter festgelegt ist. Grundlage dieser Ertragsanteilbesteuerung ist der Paragraf 22 des Einkommensteuergesetz.

Je nachdem, ab welchem Alter jemand eine lebenslange Rente bezieht, wird ein anderer prozentualer Anteil für die jeweilige Besteuerung herangezogen. Dennoch ist es wichtig zu verstehen, dass der Ertragsanteil nicht die Höhe der Steuerlast ausdrückt, sondern lediglich den Anteil der Rente, der am Ende auch besteuert wird. Um das etwas greifbarer zu machen, möchte ich Ihnen dies ebenfalls mithilfe einer kleinen Beispielrechnung verdeutlichen.

Mal angenommen ein 67-Jähriger erhält von nun an eine lebenslange Rentenzahlung aus seiner privaten Vorsorge in Höhe von 1.000 Euro pro Monat. Zudem unterstellen wir einen Steuersatz von 32 Prozent, der bei Rentnern erfahrungsgemäß durchaus zutrifft. Laut dem besagten § 22 EstG sind 2021 rund 17 Prozent seiner Rente steuerpflichtig.

Quelle: https://seltmann-assekuranz.de/ertragsanteilsbesteuerung

Das sind 170 Euro, die mit dem persönlichen Steuersatz von 32 Prozent versteuert werden müssen. Das bedeutet, der Rentner muss 170 Euro x 32 Prozent = 54,40 Euro an Steuern abführen. Dies entspricht einer Steuerlast von gerade einmal etwas mehr als 5 Prozent bezogen auf die 1.000 Euro Privatrente. Man erkennt also deutlich, dass die lebenslange Rente aus einer privaten Rentenversicherung mit einer sehr niedrigen Steuer durch den Staat gefördert wird. Denn der Gesetzgeber hat nun mal ein Interesse daran, dass die Bürger sich ihr Kapital verrenten lassen, anstatt es als einmalige Kapitalauszahlung direkt auszugeben.

Ob eine solche steuerbegünstige private Vorsorge auch in Ihrem konkreten Fall sinnvoll erscheint, lässt sich in einem kostenfreien Erstgespräch mit meinem Experten-Team und mir feststellen. Einfach unter www.claus-roppel.de/termin oder im unteren Formular zu einem kostenfreien Erstgespräch eintragen. Denn wir helfen mit unserer Wohsltands-Akademie seit Jahren Privatanlegern, Unternehmern und Selbstständigen dabei, nachhaltig Vermögen aufzubauen und zu schützen.

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