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Lebensversicherung: Lohnt sich das im Jahr 2022 noch?

Die Lebensversicherung war einmal die beliebteste Form, privat für das Alter vorzusorgen – doch seit einigen Jahren häufen sich die Negativschlagzeilen rund dieses Modell. Es sei jedoch vorweg gesagt, dass der Begriff "Lebensversicherung" für sehr viele unterschiedliche Produkte hierzulande verwendet wird:

Die Risiko-Lebensversicherung ist beispielsweise keine Geldanlage, sondern lediglich eine reine Risikoabsicherung. Die Versicherungssumme wird also ausschließlich im Todesfall an die Hinterbliebenen ausgezahlt. Doch um diese Versicherung geht es hier nicht.

Die Kapital-Lebensversicherung hingegen war jahrzehntelang eine der beliebtesten Anlageformen. Dabei wird Kapital angesammelt. Jedoch wird hierbei nur ein Teil Ihres monatlichen Beitrags angelegt, der im besten Fall Zinsen erwirtschaftet und dann am Ende des Vertrages ausbezahlt wird. Der andere Teil fließt in eine reine Risikolebensversicherung. Doch es ist immer empfehlenswerter, wenn Sie Sparen und Risikoabsicherung trennen. Ihr Sparbetrag fließt besser zum Beispiel in eine private Rentenversicherung oder in Fonds. Und die Absicherung Ihrer Hinterbliebenen ist deutlich günstiger über die bereits angesprochene private Risikolebensversicherung.

Eine weitere Form, die immer wieder in Verbindung mit dem Begriff „Lebensversicherung“ genannt wird, ist die private Rentenversicherung. Diese zahlt Ihnen eine lebenslange, monatliche Rente. Im Gegensatz zu den anderen Renten (gesetzlich, betrieblich, staatlich gefördert) muss sie nur sehr gering versteuert werden. Während der Ansparzeit können Sie dort monatlich oder jährlich Beiträge einzahlen. Auch eine einmalige Summe und jährliche Zuzahlungen sind möglich. Und auch hier können Sie für den Todesfall jemanden als Begünstigten einsetzen, dies aber auch jederzeit ändern, sodass Ihr Geld im Falle des Ablebens keinesfalls verloren ist.

Das Problem bei den letztgenannten Varianten der Altersvorsorge ist aber die ultralockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank. Denn die Zinsen sind nun schon sehr lange auf einem historischen Tief. Versicherungsgesellschaften müssen, um ihre Garantiezusagen (siehe Grafik Garantiezins) aus Altverträgen einhalten zu können, nicht nur Eigenmittel einsetzen, sondern brauchen auch sichere Anlagen mit sicheren Zinsen. Doch letztere gibt es derzeit nicht. Das bedeutet, dass langfristig viele Garantieversprechen wohl nicht eingehalten werden können. Und die andere Seite ist, dass hohe Garantien immer auch weniger Renditechancen bedeuten.

Garantiezins der Lebensversicherer für Neuverträge

Aufgrund dieser Entwicklung haben sich über die letzten Jahre sogenannte fondsgebundene Rentenversicherungen auf dem Markt etabliert. Das Anlageprinzip, das hier zum Tragen kommt, ist ganz einfach: Ein Fonds sammelt das Geld verschiedener Anleger und kombiniert diese in verschiedene Vermögenswerte wie Aktien oder Immobilien. Dadurch steigt naturgemäß die Chance auf Erträge und damit auch eine attraktive zusätzliche Rente. Bei fallenden Kursen sind aber auch Verluste nicht ausgeschlossen.

Es kommt daher darauf an, in welcher Lebensphase Sie sich befinden. Da unsere Bevölkerung nicht überwiegend aus 20- oder 30-jährigen besteht, die noch 30 bis 40 Jahre Zeit bis zum Renteneintritt haben, muss man immer im Einzelfall schauen, ob sich ein solches Modell lohnt. Das Risiko kann aber auch immer bis zu einem gewissen Grad gesteuert werden – je nachdem, ob Sie in risikoreiche Fonds oder in Fonds mit weniger Risiko investieren. Man kann aber meist auch auf ein Ablaufmanagement vertrauen: Bedeutet, dass während der Laufzeit aktienlastiger investiert wird und zum Ruhestand dann automatisch in sichere Anlagen wird, um nicht bei einem Börsencrash kurz vor Rentenbeginn Geld zu verlieren.

Alles in allem muss man gestehen, dass eine solche fondsgebundene Rentenversicherung eigentlich die einzige Geldanlage zurzeit ist, die das sogenannte Langlebigkeitsrisiko abdeckt. Die Lebenserwartung ist angesichts des medizinischen Fortschritts in den vergangenen Jahrzehnten immer weiter gestiegen, sodass viele Menschen in den kommenden Generationen 100 Jahre und älter werden können. Wer also mit 67 in Rente geht, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit noch fast 20 Jahre oder mehr vor sich. Und die Rente aus einer privaten Rentenversicherung kommt, solange Sie leben, jeden Monat pünktlich auf Ihr Konto, selbst wenn Ihr eingesetztes Kapital längst verbraucht ist.

Durchschnittliche Lebenserwartung bei Geburt (in Jahren)

Zwar können Sie sich auch bei einem Aktienfonds mit einem Auszahlplan monatlich Geld auszahlen lassen. Doch wenn es eine längere Börsenflaute gibt und die Kurse sinken, müssen dafür mehr Fondsanteile verkauft werden. Sie verzehren also schneller die Substanz.

Hinzu kommt der steuerliche Gestaltungsspielraum, denn während der Anlagezeit fallen bei Rentenversicherungen keine Steuern an. Bei der Rente selbst muss dann lediglich der Ertragsanteil versteuert werden. Bei einem 67-jährigen sind das 17 Prozent der Rente, die mit dem individuellen, im Alter meist geringeren Steuersatz versteuert wird. Im Gegensatz dazu werden bei Fondssparplänen sowohl in der Ansparzeit als auch in der späteren Auszahlung die Erträge versteuert, und zwar in Form der Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent.

Bei einer Kapitalauszahlung greift in der Auszahlungsphase das Halbeinkünfteverfahren. Es bedeutet, dass Sie zum Rentenbeginn nur die Hälfte der Erträge aus Ihrer Anlage versteuern müssen. Dieses Verfahren wird auch 12/62-Regel genannt, denn Voraussetzung ist, dass Ihr Vertrag zum Zeitpunkt der Auszahlung seit mindestens 12 Jahren besteht und Sie 62 Jahre alt sind.

Entscheidend ist am Ende des Tages aber vor allem, was Sie dafür bekommen. Wenn ein 30-jähriger heute eine private Rentenversicherung abschließt und weit über 80 Jahre alt wird, dann wird das Geld mehr als 50 Jahre von der Gesellschaft verwaltet. Das ist aber natürlich auch nicht kostenlos, denn Geldanlage kostet nun mal auch Geld. Aber: Es gibt, wie in anderen Bereichen auch, leistungsstarke und weniger leistungsstarke Anbieter. Deshalb ist auch hier eine qualifizierte und vertrauliche Fachkraft wichtig.

Gerade weil wir unsere persönliche Lebenserwartung und die Marktentwicklungen nicht kennen, sollten wir uns niemals auf nur ein Modell verlassen. Es hat sich in der Vergangenheit immer bewährt aufzuteilen. Einzelaktien können beispielsweise deutlich höhere Renditen einbringen als eine private Rentenversicherung. Doch in unseren Augen ist sie nach wie vor EIN wichtiger Baustein für den Ruhestand, weil sie steuerlich günstig, verständlich und bequem ist.

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