Oktober 29, 2020

Title Banner without Sidebar

Lockdown verschärft Bankenkrise: Kreditausfälle & Firmenpleiten drohen

Fakt ist, dass der unter der Woche verabschiedete zweite Lockdown „Light“ für viele Branchen das endgültige Aus bedeuteten wird. Und mit jedem weiteren Tag, an dem Unternehmen in der Corona-Krise leiden, vergrößert sich zwangsläufig natürlich auch die Gefahr, dass auch Banken hierzulande dramatisch in Mitleidenschaft gezogen werden.

In diesem Zusammenhang ist es erst einmal wichtig, dass wir uns vorab mit den neusten Entwicklungen und Studien rund um die viel diskutierten Zombieunternehmen beschäftigen. An dieser Stelle sei vielleicht noch gesagt, dass wir hier von Firmen sprechen, deren Gewinn zwei Jahre in Folge zu gering ist, um die Zinskosten auf das Fremdkapital zu finanzieren. 

Und der Anteil solcher Unternehmen hat sich weltweit von vier Prozent in den 1980er Jahren auf weit mehr als 15 Prozent zurzeit entwickelt. In Deutschland rechnet man nächstes Jahr sogar mit mehr als eine Millionen solcher Unternehmen. Warum vor allem nächstes Jahr so viele Zombie-Firmen pleitegehen werden, liegt in erster Linie an der Aussetzung der Insolvenzantragspflicht hierzulande.

Heißt: Unternehmen, die seit Frühjahr coronabedingt in Zahlungsschwierigkeiten geraten sind, müssen diese erst seit dem 1. Oktober melden und im Fall von coronabedingter Überschuldung ist diese Antragspflicht sogar noch länger ausgesetzt. Dass sich im Falle einer sich dadurch anbahnenden Pleitewelle von Unternehmen auch schwerwiegende Folgen für die Geldhäuser ergeben, ist auch einleuchtend. Das zeigt sich vor allem an einer Zahl in ihren Bilanzen, und zwar der Risikovorsorge.

Diese gibt nämlich an, wieviel Geld die Banken zurücklegen, weil sie eben damit rechnen, dass Kredite durch die Zahlungsunfähigkeit der genannten Zombiefirmen ausfallen, die sie halt an Firmen aber natürlich auch an Privatkunden vergeben haben. Und je höher die Risikovorsorge, desto schmaler ist am Ende des Tages auch der Gewinn und desto weniger Geld bleibt entsprechend über, um neue Kredite auszugeben.

In diesem Zusammenhang hat übrigens die Deutsche Bank in der zurückliegenden Woche als erste der großen Geschäftsbanken die Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt. Und was diese Zahlen zeigen, trägt definitiv nicht zur Beruhigung der vielen tausenden Kunden bei. Zwar ist die Risikovorsorge im Vergleich zum zweiten Quartal gesunken; dennoch liegt sie mit gigantischen 273 Millionen Euro rund 56 Prozent über dem Vorjahresmonat

Und der erneute Lockdown wird natürlich zwangsläufig diese Zahl wieder nach oben treiben dürfen. Je länger also die Einschränkungen des Wirtschaftslebens anhalten, desto größer wird das Risiko, dass Kredite in nennenswertem Umfang ausfallen. Kein Wunder also, dass das Spitzeninstitut der genossenschaftlich organisierten Volks- und Raiffeisenbanken, die DZ-Bank, ihre Risikovorsorge im ersten Halbjahr mehr als verfünffachen musste.

Das Besorgniserregende an dieser Krise ist vor allem, dass im Gegensatz zur Finanzkrise vor mehr als zehn Jahren Corona die Realwirtschaft direkt trifft und erst in zweiter Linie die Banken, was aber nicht heißen soll, dass die Banken dadurch weniger in Mitleidenschaft gezogen werden. Denn vor allem die kleinen und mittelständischen Betriebe, die keine Milliardenschweren Rettungspakete von der Regierung erhalten haben, sind eben oftmals Kunden bei Sparkassen und Volksbanken

Und diese Notsituation ihrer Kunden kann schnell zu eigenen Problemen in der Bilanz führen. Denn es ist nun mal Fakt, dass sich die angesprochenen Zombie-Firmen vor allem unter kleinen und mittleren Unternehmen tummeln. Und in diesem Unternehmenssegment entfallen auf Zombies 30 bis 40 Prozent des gesamten Vermögens, Eigenkapitals und der Außenstände. Daher wird der Lockdown „Light“ trotz der politischen Versprechungen entsprechende Umsatzausfälle einzulösen, diese Entwicklungen weiterhin extrem verschärfen.

Dass man seitens der Politik mit den genannten Gesetzesentwürfen und Überlegungen aber weiter versucht, die große Pleitewelle auf den Domino Day in die Zukunft zu schieben, hat aber auch Gründe des Eigeninteresses. Denn sicher dürfte sein, dass die Politik vor der nächsten Bundestagswahl nicht Hunderttausende Pleiten anstoßen und dabei womöglich eine Kettenreaktion in der Wirtschaft auslösen will. Fakt ist, dass der Tag X kommen wird und dann alldiejenigen, die größere Beträge auf Bankkonten haben, in der Enteignungsfalle landen.

Denn, so haben wir es auch in der zweiten Folge unseres Podcasts: „Die Geldrevolution – Finanzielle Selbstverteidigung für Ihr Geld“ ausführlich erklärt, das Geld auf Ihrem Bankkonto gehört nun mal nicht Ihnen. Warum das so wichtig zu verstehen ist, möchte ich Ihnen abschließend am Beispiel Zypern im Zuge der Eurokrise verdeutlichen. Denn da die zyprische Volkswirtschaft eng mit dem griechischen Finanzsystem verbunden war und ein Drittel der Vermögenswerte im zyprischen Bankensystem mit Griechenland zusammenhingen, drohte auch dort der Staatsbankrott. 

Als dann die Milliardenschweren Rettungspakete folgten, wurden auch die Einwohner in die Pflicht genommen. So mussten Anleger mit Einlagen von bis zu 100.000 Euro eine einmalige Abgabe von 6,75 Prozent zahlen und Investoren mit mehr als 100.000 Euro sogar 9,9 Prozent. Bei 150.000 Euro Bankguthaben waren das mal eben knapp 15.000 Euro. Davor gilt es sich rechtzeitig mit individuell zutreffenden Sachwerten vor zu schützen.

Wenn Sie dabei Unterstützung oder unseren Rat benötigen, tragen Sie sich hier unter www.claus-roppel.de/termin oder im unteren Formular zu einem kostenfreien Erstgespräch ein. Denn wir helfen mit unserer Wohsltands-Akademie seit Jahren Privatanlegern, Unternehmern und Selbstständigen dabei, Vermögen aufzubauen und zu schützen.